Hafen: Anlegeplatz, Zufluchtsort – und in Österreich ein Topf

Ein Hafen ist ein geschützter Anlegeplatz für Schiffe mit Anlagen zum Be- und Entladen. Übertragen ist er ein sicherer Zufluchtsort; regional bedeutet „Hafen“ auch Topf.

Im Hafen legen Schiffe an, werden Container verladen und Matrosen verabschiedet. Wer „in den Hafen der Ehe einläuft“, ist nicht auf See, sondern vor dem Traualtar. In Wien kann ein Hafen sogar auf dem Herd stehen.

Formen

MerkmalFormBeispiel
Genusder Hafenein eisfreier Hafen
Genitivdes Hafensdie Einfahrt des Hafens
Pluraldie Häfendie Häfen der Nordsee
Diminutiv (österr.)das Häferlein Häferl Kaffee
KompositaFlughafen, Hafenstadtzum Flughafen fahren

Beispielsätze

Zwei Wörter, ein Klang

Hinter Hafen stecken eigentlich zwei Wörter. Der *Hafen* für Schiffe kam aus dem Niederdeutschen ins Hochdeutsche; dort bedeutete *havene* ursprünglich einen umschlossenen, bergenden Ort. Der *Hafen* im Sinne von Topf ist dagegen ein altes oberdeutsches Wort für ein Gefäß, althochdeutsch *havan*. In Bayern und Österreich lebt es bis heute weiter, am deutlichsten in der Verkleinerung *Häferl*. Als *Häferlgucker* bezeichnet man in Österreich jemanden, der neugierig in fremde Töpfe schaut.

Wie lautet der Plural?

*die Häfen* – mit Umlaut.

Ist ein Flughafen auch ein Hafen?

Sprachlich ja: Das Wort wurde im 20. Jahrhundert auf Flugzeuge übertragen.

Quellen

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