Besen: Kehrgerät, Hexenreittier und schwäbische Weinstube

Ein Besen ist ein Gerät zum Kehren, meist mit Borsten an einem langen Stiel. In Württemberg heißt außerdem eine zeitweise geöffnete Wirtschaft eines Weinbauern „Besen“.

Der Besen gehört zu den ältesten Haushaltsgeräten: Ein Bündel Reisig an einem Stock reichte, um Staub und Laub fortzukehren. Kaum ein Gegenstand ist so gewöhnlich und hat zugleich so viele Redewendungen hervorgebracht wie der Besen. Im Märchen dient er der Hexerei, im Volksmund wird er gefressen.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Besenmaskulin
Genitivdes Besensregelmäßig
Pluraldie Besenendungslos
KompositaReisigbesen, Schneebesen, BesenstielMaterial oder Zweck + Besen
VerwandtHandfeger, Kehrschaufelkleineres Werkzeug

Redewendungen im Satz

Der Besen als Wirtshausschild

In Württemberg und Teilen Badens dürfen Weinbauern einige Wochen im Jahr ihren eigenen Wein ausschenken, ohne eine Gaststättenkonzession zu besitzen. Als Zeichen hängen sie einen Besen oder einen Strauß über die Tür, daher die Namen Besenwirtschaft und Straußwirtschaft. In Österreich gibt es mit dem Heurigen eine ähnliche Tradition, dort wird ein grüner Buschen ausgesteckt. Das Wort Besen selbst ist alt: Es geht auf althochdeutsch *besamo* zurück, dessen weitere Herkunft unsicher ist.

Was bedeutet „Ich fresse einen Besen“?

Der Sprecher hält etwas für extrem unwahrscheinlich und würde im Fall des Eintretens eine unmögliche Wette einlösen.

Was ist ein Besen in Stuttgart?

Eine einfache, saisonal geöffnete Weinstube eines Winzers mit eigenem Wein und deftigem Essen.

Quellen

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