Exil: wenn die Heimat unerreichbar wird
Exil bezeichnet den erzwungenen Aufenthalt außerhalb des eigenen Landes, etwa nach Verbannung oder Flucht vor Verfolgung. Auch der Ort, an dem man so lebt, heißt Exil.
Exil ist ein Wort mit schwerer Geschichte. Wer ins Exil geht, verlässt sein Land nicht freiwillig, sondern weil er verfolgt, verbannt oder bedroht wird. Zwischen 1933 und 1945 gingen Hunderte deutschsprachiger Schriftsteller ins Exil, darunter Thomas Mann, Bertolt Brecht und Anna Seghers.
- Erzwungener Aufenthalt im Ausland. *Der Oppositionelle lebte zwanzig Jahre im Exil.*
- Ort der Verbannung. *Napoleon verbrachte sein letztes Exil auf St. Helena.*
- Übertragen: Rückzugsort, Abseits. *Der Trainer schickte den Spieler ins sportliche Exil.*
Formen und Wortfamilie
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus + Artikel | das Exil | Neutrum |
| Genitiv | des Exils | — |
| Plural | die Exile | selten |
| Personen | der/die Exilierte, der Exilant | wer im Exil lebt |
| Komposita | Exilregierung, Exilliteratur | historisch häufig |
Exil in Beispielsätzen
- Nach dem Putsch floh der Präsident ins Exil.„ins Exil fliehen/gehen“ sind feste Verbindungen.
- Die Exilregierung saß in London.Im Zweiten Weltkrieg hatten mehrere Länder Exilregierungen in London.
- Er kehrte erst nach dem Krieg aus dem Exil zurück.Rückkehr: Remigration.
Herkunft und Abgrenzung
Exil stammt von lateinisch *exilium* „Verbannung“, zu *exul* „Verbannter“. Im Deutschen ist es seit dem 16. Jahrhundert belegt. Vom Asyl unterscheidet es sich durch die Perspektive: Asyl ist der Schutz, den ein Staat gewährt, Exil der Zustand des Menschen, der seine Heimat verlassen musste. Die Literatur, die in dieser Lage entstand, heißt Exilliteratur und gehört zu den wichtigen Kapiteln der deutschen Literaturgeschichte.
Ist Exil dasselbe wie [Flucht](/dictionary/flucht)?
Nicht ganz. Flucht ist der Vorgang des Weggehens, Exil der Zustand danach, oft über lange Zeit.
Wie spricht man Exil aus?
Mit Betonung auf der zweiten Silbe: e-XIL, das x wie „ks“.