Exil: wenn die Heimat unerreichbar wird

Exil bezeichnet den erzwungenen Aufenthalt außerhalb des eigenen Landes, etwa nach Verbannung oder Flucht vor Verfolgung. Auch der Ort, an dem man so lebt, heißt Exil.

Exil ist ein Wort mit schwerer Geschichte. Wer ins Exil geht, verlässt sein Land nicht freiwillig, sondern weil er verfolgt, verbannt oder bedroht wird. Zwischen 1933 und 1945 gingen Hunderte deutschsprachiger Schriftsteller ins Exil, darunter Thomas Mann, Bertolt Brecht und Anna Seghers.

Formen und Wortfamilie

FormWortHinweis
Genus + Artikeldas ExilNeutrum
Genitivdes Exils—
Pluraldie Exileselten
Personender/die Exilierte, der Exilantwer im Exil lebt
KompositaExilregierung, Exilliteraturhistorisch häufig

Exil in Beispielsätzen

Herkunft und Abgrenzung

Exil stammt von lateinisch *exilium* „Verbannung“, zu *exul* „Verbannter“. Im Deutschen ist es seit dem 16. Jahrhundert belegt. Vom Asyl unterscheidet es sich durch die Perspektive: Asyl ist der Schutz, den ein Staat gewährt, Exil der Zustand des Menschen, der seine Heimat verlassen musste. Die Literatur, die in dieser Lage entstand, heißt Exilliteratur und gehört zu den wichtigen Kapiteln der deutschen Literaturgeschichte.

Ist Exil dasselbe wie [Flucht](/dictionary/flucht)?

Nicht ganz. Flucht ist der Vorgang des Weggehens, Exil der Zustand danach, oft über lange Zeit.

Wie spricht man Exil aus?

Mit Betonung auf der zweiten Silbe: e-XIL, das x wie „ks“.

Quellen

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