Senf oder Mostrich? Die scharfe Würze und ihre Namen

Senf ist eine würzige Paste aus gemahlenen Senfkörnern, Essig, Wasser und Salz. Umgangssprachlich bedeutet „seinen Senf dazugeben“, ungefragt seine Meinung zu äußern.

Zur Bratwurst gehört in Deutschland fast immer ein Klecks Senf. Mittelscharf, scharf, süß oder grob – die Auswahl im Supermarktregal ist groß. Senf ist das einzige Gewürz, das man im Deutschen auch zu jeder Diskussion dazugeben kann. Gemeint ist dann eine Meinung, um die niemand gebeten hat.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Senfmaskulin
Genitivdes Senfs / Senfesbeide korrekt
Pluraldie Senfeselten, für Sorten
Farbesenfgelb, senffarbengedecktes Gelb
KompositaSenfkorn, Senfglas, DijonsenfHerkunft oder Teil

Beispielsätze

Senf und Mostrich

Senf geht über althochdeutsch *senaf* auf lateinisch *sinapis* zurück, das wiederum aus dem Griechischen stammt. Das Wort Mostrich, das in Berlin, Brandenburg und Teilen Ostdeutschlands noch zu hören ist, hat eine andere Geschichte: Es kommt vom lateinischen *mustum*, dem Traubenmost, denn früher wurde Senfmehl mit unvergorenem Most angerührt. Dieselbe Wurzel steckt im französischen *moutarde* und im englischen *mustard*. Der Senf selbst schmeckt erst scharf, wenn die zermahlenen Körner mit Flüssigkeit in Kontakt kommen – dann wird das Senföl freigesetzt. Etwas Salz gehört immer dazu.

Was heißt „seinen Senf dazugeben“?

Sich ungefragt und meist überflüssig zu etwas äußern. Die Wendung ist umgangssprachlich und leicht abwertend.

Ist Mostrich dasselbe wie Senf?

Ja. Mostrich ist ein regionales, etwas altmodisches Synonym, besonders im Nordosten Deutschlands.

Quellen

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