Bürde oder Last? Ein gehobenes Wort für das, was schwer wiegt
Eine Bürde ist eine schwere Last, im übertragenen Sinn eine Verpflichtung oder Belastung, die jemand zu tragen hat. Das Wort gehört der gehobenen Sprache an.
Bürde klingt feierlicher als Last und wird fast nur noch bildlich gebraucht. Wer eine Bürde trägt, schleppt keinen Sack, sondern Verantwortung, Schuld oder Sorgen. Das alte Sprichwort sagt: „Würde bringt Bürde“ – wer ein Amt erhält, bekommt auch dessen Pflichten. Das Wort ist eng mit dem englischen *burden* verwandt.
- Schwere Last (veraltend). *Der Esel trug seine Bürde den Berg hinauf.*
- Bildlich: Belastung, Verantwortung. *Die Pflege der Mutter wurde für sie zur Bürde.*
- Schwere seelische Last. *Er trug die Bürde seines Geheimnisses jahrelang.*
Formen
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus + Artikel | die Bürde | Femininum |
| Genitiv | der Bürde | unverändert |
| Plural | die Bürden | mit -n |
| Verb | bürden, aufbürden | jemandem etwas aufbürden |
| Stil | gehoben | im Alltag eher Last, Belastung |
Bürde in Beispielsätzen
- Man hat ihm die ganze Arbeit aufgebürdet.Das Verb aufbürden ist auch im Alltag üblich.
- Das Amt ist Ehre und Bürde zugleich.Gehobene Sprache, typisch für Reden.
- Die Schulden wurden für die Familie zur Bürde.Fester Ausdruck: zur Bürde werden.
Herkunft
*Bürde* geht auf althochdeutsch *burdī* zurück und gehört zum alten Verb *beran* „tragen“, das auch im englischen *bear* und in *gebären* steckt. Die Bürde ist also wörtlich „das Getragene“. Englisch *burden* hat dieselbe Wurzel. Wer eine Pflicht übernimmt, nimmt im übertragenen Sinn eine solche Bürde auf sich.
Was bedeutet „Würde bringt Bürde“?
Wer Ansehen oder ein hohes Amt gewinnt, muss auch mehr Verantwortung tragen. Das Sprichwort spielt mit dem Gleichklang der beiden Wörter.
Ist Bürde altmodisch?
Etwas. Im Alltag sagt man eher *Last* oder *Belastung*. In Reden, Literatur und Kommentaren ist *Bürde* aber lebendig.