Mädel: Das Mädchen auf gut Süddeutsch
Mädel ist eine umgangssprachliche, besonders süddeutsche und österreichische Bezeichnung für ein Mädchen oder eine junge Frau.
Mädel klingt gemütlicher als „Mädchen“ und wird vor allem im Süden des Sprachraums gebraucht. Ein „Mädelsabend“ ist ein Abend unter Freundinnen – ganz gleich, wie alt die Mädels sind. Das Wort ist umgangssprachlich, aber meist freundlich gemeint. In Bayern und Österreich hört man im Dialekt oft die Form „Madl“, im Plural „Madln“.
- Mädchen, junge Frau (umgangssprachlich). *Das ist ein fesches Mädel.*
- Freundin, Mitglied einer Frauenrunde. *Heute gehe ich mit den Mädels aus.*
- Liebevolle Anrede. *Na, Mädel, wie geht’s?*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | das Mädel | das junge Mädel |
| Genitiv | des Mädels | die Stimme des Mädels |
| Plural (standardnah) | die Mädel | drei Mädel |
| Plural (umgangssprachlich) | die Mädels | Hallo, Mädels! |
| Plural (österreichisch) | die Mädeln | die Mädeln vom Land |
Beispielsätze
- Am Freitag ist Mädelsabend.Sehr verbreitet, auch in Norddeutschland.
- Sie ist ein fesches Madl.Bairisch-österreichische Form „Madl“; „fesch“ = hübsch.
- Das Mädel hat sich gut entwickelt.Wie bei „Mädchen“ ist das Genus sächlich.
Herkunft
Mädel ist wie Mädchen eine Verkleinerungsform von *Magd*, das früher allgemein „junge Frau“ bedeutete. Während „Mädchen“ die nord- und mitteldeutsche Endung *-chen* trägt, enthält „Mädel“ die süddeutsche Endung *-el* (wie in „Häusel“ oder, zu *-erl* erweitert, „Stüberl“). Deshalb sind beide Wörter grammatisch sächlich: Verkleinerungen sind im Deutschen immer neutral.
Ist „Mädel“ abwertend?
In der Regel nicht. Es ist umgangssprachlich und vertraut; in sehr förmlichen Texten oder gegenüber Fremden wirkt es aber unpassend.
Was ist das männliche Gegenstück?
Regional sagt man „Bub“ oder „Bua“, allgemein „Junge“; im Süden auch „Bursche“.