Adieu sagen: ein französischer Abschied im Deutschen

Adieu ist ein aus dem Französischen übernommener Abschiedsgruß und bedeutet „Lebe wohl“. Er klingt heute gehoben oder altmodisch, ist aber regional, etwa in der Schweiz und in Südwestdeutschland, noch lebendig.

Adieu ist ein Abschiedsgruß mit Gewicht. Wer ihn heute benutzt, sagt meist mehr als „bis morgen“: Er klingt endgültig, feierlich oder augenzwinkernd altmodisch. Im Wort steckt eine ganze Segensformel: à Dieu heißt „Gott befohlen“. Im 17. Jahrhundert wurde es in Deutschland zur Mode, und in einigen Regionen hat es sich bis heute gehalten.

Formen und Varianten

MerkmalFormHinweis
WortartInterjektionGruß, unveränderlich
Substantivdas AdieuPlural: die Adieus
KurzformAdevolkstümlich, Lied „Winter ade“
RegionalAdele, AdjöSchwaben, Norddeutschland
SchweizAdieu, Adieim Alltag gebräuchlich

Beispiele

Von adieu zu tschüs

Die bekannteste Verabschiedung im Norden Deutschlands ist mit *Adieu* eng verwandt. *Tschüs* entstand aus niederdeutsch *atschüs*, das wiederum auf das spanische *adiós* oder portugiesische *adeus* zurückgeführt wird – Seeleute brachten es in die Hafenstädte. Alle diese Formen bedeuten wörtlich „zu Gott“. Das Wort Ade ist dagegen eine eingedeutschte Kurzform von *Adieu*, die im Volkslied lebt: „Ade zur guten Nacht“. So stecken in alltäglichen Grüßen noch alte religiöse Formeln.

Schreibt man Adieu groß oder klein?

Als Gruß klein (adieu), als Substantiv groß (das Adieu). Am Satzanfang natürlich groß.

Ist Adieu unhöflich?

Nein, aber es kann endgültig klingen, als sähe man sich nicht wieder. In der Schweiz ist es ein normaler, freundlicher Gruß.

Quellen

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