Bengel: frecher Junge oder liebevoller Schelm?

Ein Bengel ist ein frecher, ungezogener Junge. Je nach Tonfall klingt das Wort tadelnd oder liebevoll; ursprünglich bedeutete es „Knüppel“.

Ein Bengel ist ein Junge, der nicht stillsitzen kann und gern einen Streich ausheckt. Wer „du Bengel!“ ruft, schimpft – aber oft mit einem Lächeln. Mit „Rotzbengel“ oder „Lausebengel“ lässt sich der Ton verschärfen oder abmildern.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Bengelmaskulin
Genitivdes BengelsEndung -s
Pluraldie Bengelnorddeutsch auch die Bengels
Diminutivdas Bengelchenliebevoll
KompositaLausebengel, Rotzbengel, Frechbengelumgangssprachlich

Beispiele

Herkunft und regionale Wörter

Ursprünglich war ein Bengel ein Holzprügel; im Mittelhochdeutschen bezeichnete *bengel* einen Knüppel. Von dort wurde das Wort spöttisch auf einen ungehobelten Menschen übertragen, ähnlich wie man heute „Klotz“ sagt. Für den frechen Jungen gibt es viele regionale Wörter: In Süddeutschland und Österreich sagt man *Lausbub* oder *Lausbua*, in der Schweiz *Lausbueb* oder *Schlingel*, im Norden auch *Butjer*. Ein älterer, kräftiger junger Mann ist eher ein Bursche als ein Bengel. Neutral bleibt einfach Kind oder Junge.

Ist Bengel ein Schimpfwort?

Ein mildes. Tadelnd, aber selten wirklich verletzend; oft schwingt Zuneigung mit.

Kann man auch ein Mädchen Bengel nennen?

Kaum. Für Mädchen sagt man eher Göre oder Fratz.

Quellen

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