Bengel: frecher Junge oder liebevoller Schelm?
Ein Bengel ist ein frecher, ungezogener Junge. Je nach Tonfall klingt das Wort tadelnd oder liebevoll; ursprünglich bedeutete es „Knüppel“.
Ein Bengel ist ein Junge, der nicht stillsitzen kann und gern einen Streich ausheckt. Wer „du Bengel!“ ruft, schimpft – aber oft mit einem Lächeln. Mit „Rotzbengel“ oder „Lausebengel“ lässt sich der Ton verschärfen oder abmildern.
- Frecher, ungezogener Junge. *Der kleine Bengel hat die Katze geärgert.*
- Liebevoll: lebhafter Junge. *Ein süßer Bengel ist das!*
- Veraltet, regional: Knüppel, Prügel. *Der Bauer griff zum Bengel.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Bengel | maskulin |
| Genitiv | des Bengels | Endung -s |
| Plural | die Bengel | norddeutsch auch die Bengels |
| Diminutiv | das Bengelchen | liebevoll |
| Komposita | Lausebengel, Rotzbengel, Frechbengel | umgangssprachlich |
Beispiele
- Na warte, du Bengel!Scherzhafte Drohung, typisch für Großeltern.
- Diese Rotzbengel haben die Fensterscheibe eingeworfen.Abwertend und derb.
- Was für ein frecher Bengel!Kann je nach Ton bewundernd klingen.
Herkunft und regionale Wörter
Ursprünglich war ein Bengel ein Holzprügel; im Mittelhochdeutschen bezeichnete *bengel* einen Knüppel. Von dort wurde das Wort spöttisch auf einen ungehobelten Menschen übertragen, ähnlich wie man heute „Klotz“ sagt. Für den frechen Jungen gibt es viele regionale Wörter: In Süddeutschland und Österreich sagt man *Lausbub* oder *Lausbua*, in der Schweiz *Lausbueb* oder *Schlingel*, im Norden auch *Butjer*. Ein älterer, kräftiger junger Mann ist eher ein Bursche als ein Bengel. Neutral bleibt einfach Kind oder Junge.
Ist Bengel ein Schimpfwort?
Ein mildes. Tadelnd, aber selten wirklich verletzend; oft schwingt Zuneigung mit.
Kann man auch ein Mädchen Bengel nennen?
Kaum. Für Mädchen sagt man eher Göre oder Fratz.