Streich: Schabernack und Schlag – von Max und Moritz bis zum Schneiderlein
Ein Streich ist ein übermütiger Scherz, mit dem man jemanden hereinlegt. In gehobener oder älterer Sprache bezeichnet das Wort auch einen Schlag, etwa mit dem Schwert.
Ein Streich ist ein Spaß auf Kosten anderer – meist harmlos, manchmal frech. Kinder verstecken die Hausschuhe, Kollegen kleben die Maus fest. Ein guter Streich ärgert kurz und bringt lange zum Lachen. Doch das Wort hat noch eine ältere, handfestere Bedeutung: den Hieb.
- Übermütiger Scherz, Schabernack. *Die Schüler spielten dem Lehrer einen Streich.*
- Veraltet, gehoben: Schlag, Hieb. *Mit einem Streich des Schwertes war der Kampf entschieden.*
- Unerwartete, kühne Tat. *Der Firma ist ein großer Streich gelungen.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Streich | maskulin |
| Genitiv | des Streich(e)s | beide üblich |
| Plural | die Streiche | Endung -e |
| Verb | streichen | strich, gestrichen |
| Komposita | Lausbubenstreich, Schelmenstreich, Handstreich | häufig |
Beispiele
- Jemandem einen Streich spielen.Feste Verbindung: jemanden hereinlegen.
- Mein Gedächtnis spielt mir einen Streich.Übertragen: Ich erinnere mich falsch.
- Die Stadt wurde im Handstreich genommen.Militärisch: schnell und überraschend.
Streiche in der Literatur
Das berühmteste Werk zum Thema ist »Max und Moritz« von Wilhelm Busch aus dem Jahr 1865 – eine »Bubengeschichte in sieben Streichen«, die für die beiden Lausbuben böse in der Mühle endet. Die zweite Bedeutung kennt man aus dem Märchen vom tapferen Schneiderlein der Brüder Grimm: Er erschlägt sieben Fliegen und stickt sich stolz *Siebene auf einen Streich* auf den Gürtel. Daraus wurde die Redewendung auf einen Streich für »auf einmal, gleichzeitig«.
Was bedeutet »auf einen Streich«?
Auf einmal, mit einem Schlag: Er erledigte drei Aufgaben auf einen Streich.
Wie viele Streiche haben Max und Moritz?
Wilhelm Busch erzählt sieben Streiche; der letzte wird den beiden zum Verhängnis.