Westen: Himmelsrichtung, Weltregion – und Plural von „Weste“

Der Westen ist die Himmelsrichtung, in der die Sonne untergeht. Politisch und kulturell bezeichnet das Wort auch Westeuropa und Nordamerika als Staatengruppe.

Im Westen geht die Sonne unter – daher nannte man ihn früher poetisch auch Abend. „Der Westen“ ist nicht nur eine Richtung auf dem Kompass, sondern auch eine politische Idee. Seine Gegenrichtung ist der Osten; und Vorsicht: „die Westen“ sind auch mehrere Westen zum Anziehen.

Formen

MerkmalFormBeispiel
Genusder Westen (maskulin), kein Pluralim Westen
KurzformWest (ohne Artikel)Wind aus West
Adjektivwestlichwestlich von Köln
PräfixWest-Westeuropa, Westwind
AbkürzungWKurs W

Beispielsätze

Westen oder Westen? Eine Verwechslung

Das Wort hat einen gleichlautenden Doppelgänger: die Westen ist der Plural von *die Weste*, dem ärmellosen Kleidungsstück. Die Himmelsrichtung dagegen ist maskulin und hat keinen Plural: *der Westen*. Am Artikel erkennt man also sofort, was gemeint ist. Historisch spannend ist der deutsche Sprachgebrauch nach 1949: „in den Westen gehen“ bedeutete für DDR-Bürger, in die Bundesrepublik überzusiedeln. Das Wort selbst ist germanisch und mit englisch *west* verwandt; vermutlich hängt es mit einer Wurzel für „Abend“ zusammen, ähnlich wie lateinisch *vesper*.

Heißt es „im Westen“ oder „in Westen“?

Mit Artikel heißt es „im Westen“ (Lage) und „nach Westen“ (Richtung). Ohne Artikel nur in festen Fügungen wie „von Westen“ oder „aus Westen“.

Schreibt man „West“ oder „Westen“?

„West“ steht vor allem in der Fachsprache und in Namen: „Berlin-West“, „Westwind“, „Wind aus West“.

Quellen

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