Die Wende: Wendepunkt, Segelmanöver und das Jahr 1989

Eine Wende ist eine entscheidende Veränderung oder Umkehr der Richtung. Mit bestimmtem Artikel bezeichnet „die Wende“ in Deutschland den politischen Umbruch in der DDR 1989/90.

Eine Wende ändert die Richtung – beim Schwimmen am Beckenrand, beim Segeln gegen den Wind oder in der Geschichte eines ganzen Landes. Wer in Deutschland „vor der Wende“ oder „nach der Wende“ sagt, braucht keine Jahreszahl hinzuzufügen. Gemeint ist der Umbruch in der DDR, der mit dem Fall der Mauer seinen Höhepunkt fand.

Formen und Komposita

MerkmalFormHinweis
Genusdie Wendefeminin
Genitivder Wendeunverändert
Pluraldie Wendenvor allem im Sport
Verbwendenwendete / wandte, gewendet / gewandt
KompositaKehrtwende, Zeitenwende, Energiewendesehr produktiv

Beispielsätze

Wie die Wende zu ihrem Namen kam

Als Egon Krenz im Oktober 1989 Erich Honecker als SED-Chef ablöste, kündigte er in seiner Antrittsrede eine „Wende“ an – gemeint war eine Kurskorrektur, nicht das Ende der DDR. Das Wort setzte sich trotzdem als Name für die gesamte Umbruchszeit durch. Viele Bürgerrechtler lehnen es bis heute ab und sprechen lieber von der friedlichen Revolution, weil die Veränderung von den Demonstrierenden erkämpft wurde. Auch *Zeitenwende* und *Energiewende* zeigen, wie gern das Deutsche große Umbrüche mit diesem Wort benennt.

Warum sagen manche friedliche Revolution statt Wende?

Weil der Begriff Wende auf Egon Krenz zurückgeht und die Rolle der Demonstrierenden ausblendet.

Was ist der Unterschied zwischen Wende und Wendung?

Wende meint meist eine große, grundlegende Umkehr; Wendung ist allgemeiner und kann auch eine Redewendung sein.

Quellen

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