Marge: der Spielraum zwischen Kosten und Preis
Marge bezeichnet in der Wirtschaft die Differenz zwischen Einkaufs- oder Herstellungskosten und Verkaufspreis, also die Gewinnspanne. Allgemein meint sie einen Spielraum oder eine Spanne.
Die Marge ist ein Kernbegriff des Handels: Sie zeigt, wie viel vom Preis nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Eine hohe Marge bedeutet nicht automatisch viel Gewinn – entscheidend ist auch, wie viel man verkauft. Supermärkte etwa verdienen pro Artikel wenig, aber an sehr vielen Artikeln.
- Gewinnspanne. *Die Marge bei Elektronik ist gering.*
- Spielraum, Spanne. *Bei der Planung bleibt kaum Marge für Fehler.*
- Finanzwesen: Sicherheitsleistung oder Zinsaufschlag. *Die Bank verlangt eine Marge von zwei Prozent.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Marge | feminin |
| Plural | die Margen | |
| Aussprache | [ˈmarʒə] | französisches g wie in Garage |
| Synonym | Spanne, Handelsspanne | |
| Komposita | Gewinnmarge, Bruttomarge, Nettomarge | Fachsprache |
Beispiele
- Der Konzern konnte seine Marge deutlich steigern.Wirtschaftsjournalismus; oft in Prozent angegeben.
- Mit dieser Marge kommen wir nicht über die Runden.Alltagsnäher: der Gewinn reicht nicht.
- In der Schweiz spricht man oft von der Marge im Detailhandel.Detailhandel ist schweizerisch für Einzelhandel.
Herkunft
Marge kam im 19. Jahrhundert aus dem Französischen ins Deutsche. Französisch *marge* bedeutet ursprünglich „Rand“, etwa den Rand einer Buchseite, und geht auf lateinisch *margo* „Rand, Grenze“ zurück. Aus derselben Quelle stammt englisch *margin*. Das Bild ist anschaulich: Die Marge ist der Rand, der zwischen Kosten und Preis frei bleibt. Wer keine Marge hat, bewegt sich also buchstäblich am Rand.
Ist Marge dasselbe wie [Gewinn](/dictionary/gewinn)?
Nicht ganz. Die Marge ist die Spanne pro Stück oder in Prozent des Umsatzes; der Gewinn ergibt sich erst aus Marge mal Menge abzüglich weiterer Kosten.
Wie spricht man Marge aus?
Französisch: Das g klingt weich wie in Garage, also etwa MAR-sche.