Troll oder Störenfried? Vom Fabelwesen zum Internet-Phänomen

Ein Troll ist ursprünglich ein Fabelwesen der skandinavischen Sage, oft riesig, hässlich und grob. Heute heißt so vor allem jemand, der in Internetforen und sozialen Medien absichtlich provoziert und Streit schürt.

Der Troll hat eine erstaunliche Karriere gemacht. In norwegischen und schwedischen Märchen hausen Trolle in Wäldern und Bergen, manche als Riesen, manche klein wie ein Zwerg, und wer ins Sonnenlicht gerät, wird zu Stein. Heute wohnt der Troll nicht mehr unter der Brücke, sondern in den Kommentarspalten. Dort sucht er nicht Gold, sondern Aufmerksamkeit.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder TrollMaskulinum
Genitivdes Troll(e)sbeide möglich
Pluraldie Trolle-e
Verbtrollenprovozieren; auch „sich trollen“ = abziehen
KompositaInternettroll, Trollfabrik„Trollfabrik“: organisierte Desinformation

Troll im Satz

Wie der Troll ins Internet kam

Die Internetbedeutung stammt aus dem Englischen. Dort heißt *trolling* auch eine Angeltechnik, bei der ein Köder langsam hinter dem Boot hergezogen wird. Ein Forentroll wirft genauso einen Köder aus und wartet, wer anbeißt. Das Bild des hässlichen Sagenwesens hat sich mit dieser Bedeutung vermischt. Die Netzregel lautet deshalb: „Don't feed the troll.“

Was macht ein Internet-Troll?

Er schreibt bewusst provozierende, beleidigende oder falsche Beiträge, um Streit auszulösen und Aufmerksamkeit zu bekommen.

Was heißt „sich trollen“?

Umgangssprachlich: sich davonmachen, verschwinden. Das Verb ist älter als die Internetbedeutung.

Quellen

WhatsAppXTelegramFacebook

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