Tabu: was man nicht tut, nicht sagt und nicht anrührt
Ein Tabu ist ein ungeschriebenes Verbot, über bestimmte Dinge zu sprechen oder bestimmte Handlungen zu begehen. Als Adjektiv („tabu sein“) heißt es: verboten, unantastbar.
Das Tabu ist ein Verbot, das nirgends geschrieben steht und trotzdem fast jeder kennt. Über Geld, Krankheit oder Tod spricht man in manchen Kreisen nicht; bestimmte Speisen oder Gesten sind in manchen Kulturen tabu. Ein Tabu wirkt gerade dadurch, dass niemand es ausspricht. Wer es bricht, löst Empörung aus – oder eine längst fällige Debatte.
- Ungeschriebenes Verbot. *Der Tod ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabu.*
- Ethnologie: religiös begründete Unberührbarkeit. *Bestimmte Orte waren für Frauen tabu.*
- Adjektiv: verboten, nicht erlaubt. *Handys sind beim Essen tabu.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | das Tabu | neutrum |
| Genitiv | des Tabus | |
| Plural | die Tabus | |
| Adjektiv | tabu | nur prädikativ: „das ist tabu“ |
| Ableitungen | tabuisieren, Tabubruch, Tabuthema |
Beispiele
- Mit dem Film brach der Regisseur ein Tabu.„Ein Tabu brechen“ ist die übliche Verbindung.
- Dieses Thema ist für mich tabu.Adjektivisch, klein geschrieben und nicht dekliniert.
- Psychische Krankheiten werden zunehmend enttabuisiert.„Enttabuisieren“ = offen darüber sprechen.
Herkunft: von Tonga in die Welt
Das Wort stammt aus dem Tongaischen, einer polynesischen Sprache, wo *tapu* „heilig, unberührbar“ bedeutet. Der britische Seefahrer James Cook beschrieb den Brauch 1777 nach seinem Aufenthalt auf Tonga; über das Englische gelangte „taboo“ in die europäischen Sprachen. Sigmund Freud machte den Begriff mit „Totem und Tabu“ (1913) auch in der Psychologie bekannt. Gesellschaftliche Tabus sind eng mit Sitten und Moral verbunden.
Schreibt man tabu groß oder klein?
Das Nomen groß (das Tabu), das Adjektiv klein (das ist tabu).
Kann man „tabu“ vor ein Nomen stellen?
Nein, „ein tabues Thema“ ist nicht üblich. Man sagt „ein Tabuthema“.