Neid oder Eifersucht? Bedeutung und Unterschied
Neid ist das unangenehme Gefühl, jemandem etwas nicht zu gönnen, was man selbst gern hätte, etwa Erfolg, Besitz oder Glück. Er gilt als eine der sieben Todsünden.
Neid kennt jeder, auch wenn ihn kaum jemand gern zugibt. Er entsteht beim Vergleich: Der Nachbar hat das größere Auto, die Kollegin die Beförderung. Neid richtet sich auf etwas, das ein anderer hat; Eifersucht fürchtet, etwas zu verlieren, das man selbst hat. In der christlichen Tradition zählt Neid zu den sieben Todsünden, eine schwere Sünde also.
- Missgunst gegenüber dem Glück anderer. *Aus Neid redete er schlecht über seinen Bruder.*
- Harmloser Wunsch, etwas auch zu haben. *Ich sehe deine Urlaubsfotos mit Neid.*
- Anerkennung wider Willen. *Das muss ihr der Neid lassen: Sie kocht hervorragend.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Neid | maskulin |
| Genitiv | des Neid(e)s | |
| Plural | — | kein Plural |
| Verb, Adjektiv | beneiden, neidisch | „neidisch auf jemanden sein“ |
| Komposita | Sozialneid, Futterneid, Neidhammel |
Beispiele
- Sie wurde grün und gelb vor Neid.Redewendung; auch nur „grün vor Neid“ oder „blass vor Neid“.
- Das ist doch nur Futterneid.Umgangssprachlich: Neid auf das, was ein anderer bekommt.
- Neidlos muss ich zugeben, dass er besser war.„Neidlos“ = ohne Missgunst, anerkennend.
Redewendungen und Sprichwörter
- Das muss der Neid ihm lassen – das muss man anerkennen, auch wenn man ihn nicht mag.
- Vor Neid platzen – sehr neidisch sein; umgangssprachlich.
- Der Neid der Besitzlosen – Vorwurf, Kritik an Reichtum sei bloß Neid; politisch umstritten.
- Neidhammel – abwertend für einen neidischen Menschen; „Hammel“ ist ein kastrierter Schafbock.
- Ein naher Verwandter ist die Wut über vermeintliche Ungerechtigkeit.
Ist Neid immer negativ?
Nicht unbedingt. Psychologen unterscheiden zerstörerischen Neid von einem anspornenden, der zum Nacheifern motiviert.
Wie lautet das Adjektiv zu Neid?
Neidisch. Gehoben auch „neiderfüllt“.