Gast: Besuch, Kunde im Lokal und ein Wort mit fremden Wurzeln
Ein Gast ist eine Person, die eingeladen oder vorübergehend bei jemandem zu Besuch ist, aber auch ein Kunde in einem Hotel, Restaurant oder Café.
Der Gast ist in vielen Kulturen heilig. „Der Gast ist König“ lautet ein deutsches Sprichwort aus Gastronomie und Handel. Aber auch ein anderes gilt: „Gäste und Fisch stinken nach drei Tagen“ – Gastfreundschaft hat ihre Grenzen.
- Eingeladener Besucher. *Wir haben am Samstag Gäste.*
- Kunde eines Lokals oder Hotels. *Das Restaurant hat viele Stammgäste.*
- Gastauftritt. *In der Sendung ist heute ein berühmter Gast.*
- Gastmannschaft (Sport). *Die Gäste gingen früh in Führung.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Gast | ein lieber Gast |
| Genitiv | des Gast(e)s | der Wunsch des Gastes |
| Plural | die Gäste | viele Gäste |
| Person | der Gastgeber, die Gastgeberin | ein guter Gastgeber |
| Kompositum | das Gästezimmer | im Gästezimmer schlafen |
Beispiele
- Wir sind heute bei Freunden zu Gast.„Zu Gast sein“: eingeladen sein.
- Die Gäste gewannen mit 2:1.Sportsprache: die auswärtige Mannschaft.
- Er ist hier Stammgast.Ein Gast, der regelmäßig kommt.
Gast und Feind – eine alte Verwandtschaft
Gast geht auf ein indogermanisches Wort zurück, das „Fremder“ bedeutete. Daraus wurde im Germanischen *gast* – und im Englischen *guest*. Im Lateinischen entstand aus derselben Wurzel *hostis* „Fremder, Feind“. Der Fremde konnte also als Gast willkommen sein oder als Feind gefürchtet werden. Aus dem Lateinischen stammen auch *Hospital* und *Hotel*. Heute steigt ein Gast meist im Hotel ab oder kommt als Besuch zu Freunden.
Was war ein Gastarbeiter?
So nannte man ab 1955 Arbeitskräfte, die angeworben wurden, etwa aus Italien und der Türkei. Heute gilt das Wort als historisch.
Gibt es eine weibliche Form?
Ja, „die Gästin“ steht im Duden, ist aber selten. Meist sagt man auch zu Frauen „der Gast“.