Stirn oder Stirne? Der Teil des Gesichts über den Augen
Die Stirn ist der obere Teil des Gesichts zwischen Augenbrauen und Haaransatz. Übertragen steht sie für Mut und Unverfrorenheit, etwa in „die Stirn haben“.
Die Stirn ist die Fläche über den Augen – und eine der ausdrucksstärksten Partien im Gesicht. An der Stirn liest man Sorgen, Zweifel und Ärger oft früher ab als an Worten. Kein Wunder, dass sie in vielen Redewendungen vorkommt.
- Teil des Gesichts über den Augen. *Sie wischte sich den Schweiß von der Stirn.*
- Vorderseite eines Gegenstands. *Die Stirnseite des Tisches.*
- Unverfrorenheit, Kühnheit. *Er hatte die Stirn, mir ins Gesicht zu lügen.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Stirn | feminin |
| Nebenform | die Stirne | gehoben, veraltend |
| Plural | die Stirnen | selten gebraucht |
| Komposita | Stirnband, Stirnseite, Stirnlampe | häufig |
| Verb | die Stirn runzeln | Ausdruck von Skepsis |
Beispiele
- Der Lehrer runzelte die Stirn.Zeichen von Zweifel oder Missbilligung.
- Sie hat dem Chef mutig die Stirn geboten.Redewendung: Widerstand leisten; Perfekt mit „geboten“.
- Bei der Wanderung trug er eine Stirnlampe.Kompositum mit Stirn- als Bestimmungswort.
Redewendungen
- Jemandem die Stirn bieten – sich offen widersetzen.
- Die Stirn haben, etwas zu tun – so dreist sein, etwas zu wagen.
- Sich an die Stirn greifen / tippen – Ausdruck von Unverständnis; das Tippen an die Stirn gegenüber anderen gilt als beleidigende Geste und kann in Deutschland sogar als Beleidigung strafbar sein.
- Etwas steht jemandem auf der Stirn geschrieben – man sieht es ihm deutlich an.
Heißt es Stirn oder Stirne?
Beides ist korrekt. Stirn ist heute üblich, Stirne klingt gehoben oder altmodisch.
Ist die Stirn ein Teil des Kopfes?
Ja, sie gehört zum Kopf und bildet die Vorderseite des Schädels oberhalb der Augen.