Weile: eine unbestimmte Zeit – und der Ursprung von „weil“

Eine Weile ist eine kürzere oder längere, nicht genau bestimmte Zeitspanne. Man sagt etwa „eine Weile warten“ oder „nach einer Weile“.

Weile misst Zeit, ohne eine Uhr zu brauchen. Sie kann ein paar Minuten oder ein paar Monate dauern – je nachdem, wer erzählt und wie geduldig der Zuhörer ist. Gut Ding will Weile haben.

Formen

MerkmalFormBeispiel
Genus und Artikeldie Weileeine Weile dauern
Genitivder Weileselten gebraucht
Pluralkeinernur Singular
Verbverweilen (gehoben)am Ufer verweilen
KompositaLangeweile, Kurzweil, mittlerweileaus Langeweile

Beispielsätze

Weile, weil und Langeweile

Die Konjunktion *weil* entstand aus *die Weile*: Im Mittelhochdeutschen bedeutete *die wīle* „während der Zeit, während“. Daraus wurde zunächst *dieweil* (während), dann kausal *weil*. Englisch *while* ist eng verwandt und hat die zeitliche Bedeutung behalten. Auch *Langeweile* ist nichts anderes als „lange Weile“, und *kurzweilig* bedeutet unterhaltsam. Das Gegenteil von Ruhe und Weile ist die Eile.

Wie lang ist eine Weile?

Das ist nicht festgelegt. Eine Weile ist meist länger als ein Moment, aber kürzer als ein Tag – der Zusammenhang entscheidet.

Was bedeutet „Eile mit Weile“?

Man soll sich trotz Zeitdruck die nötige Zeit nehmen. Das Sprichwort entspricht dem lateinischen *Festina lente* „Eile langsam“.

Quellen

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