Weile: eine unbestimmte Zeit – und der Ursprung von „weil“
Eine Weile ist eine kürzere oder längere, nicht genau bestimmte Zeitspanne. Man sagt etwa „eine Weile warten“ oder „nach einer Weile“.
Weile misst Zeit, ohne eine Uhr zu brauchen. Sie kann ein paar Minuten oder ein paar Monate dauern – je nachdem, wer erzählt und wie geduldig der Zuhörer ist. Gut Ding will Weile haben.
- Unbestimmte Zeitspanne. *Warte bitte eine Weile.*
- Längere Zeit. *Das ist schon eine ganze Weile her.*
- Kurze Zeit (mit „kleine“). *Nach einer kleinen Weile kam sie zurück.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus und Artikel | die Weile | eine Weile dauern |
| Genitiv | der Weile | selten gebraucht |
| Plural | keiner | nur Singular |
| Verb | verweilen (gehoben) | am Ufer verweilen |
| Komposita | Langeweile, Kurzweil, mittlerweile | aus Langeweile |
Beispielsätze
- Es kann eine Weile dauern, bis die Antwort kommt.Typische Höflichkeitsfloskel bei Wartezeiten.
- Eile mit Weile!Sprichwort: Wer hetzt, macht Fehler.
- Mittlerweile wohnt er in Basel.*mittlerweile* = inzwischen; aus *mittler Weile*.
Weile, weil und Langeweile
Die Konjunktion *weil* entstand aus *die Weile*: Im Mittelhochdeutschen bedeutete *die wīle* „während der Zeit, während“. Daraus wurde zunächst *dieweil* (während), dann kausal *weil*. Englisch *while* ist eng verwandt und hat die zeitliche Bedeutung behalten. Auch *Langeweile* ist nichts anderes als „lange Weile“, und *kurzweilig* bedeutet unterhaltsam. Das Gegenteil von Ruhe und Weile ist die Eile.
Wie lang ist eine Weile?
Das ist nicht festgelegt. Eine Weile ist meist länger als ein Moment, aber kürzer als ein Tag – der Zusammenhang entscheidet.
Was bedeutet „Eile mit Weile“?
Man soll sich trotz Zeitdruck die nötige Zeit nehmen. Das Sprichwort entspricht dem lateinischen *Festina lente* „Eile langsam“.