Was heißt „eigen“ – und warum ist manch einer „etwas eigen“?
Eigen bedeutet, dass etwas zu einer bestimmten Person oder Sache gehört, etwa das eigene Haus. Umgangssprachlich heißt „eigen“ auch eigenwillig oder etwas seltsam.
Das Adjektiv eigen drückt Besitz und Zugehörigkeit aus: Was mir eigen ist, gehört zu mir. Es steht fast immer vor einem Substantiv und wird dann dekliniert. Wer von jemandem sagt „Er ist ein bisschen eigen“, meint keinen Besitz, sondern dass der Mensch seine eigenen, etwas sonderbaren Gewohnheiten hat.
- Jemandem selbst gehörend. *Sie hat endlich eine eigene Wohnung.*
- Typisch, kennzeichnend (gehoben). *Mit der ihm eigenen Ruhe erklärte er alles.*
- Eigenwillig, pingelig (umgangssprachlich). *Beim Essen ist mein Vater sehr eigen.*
- Selbstständig, getrennt. *Das Thema verdient ein eigenes Kapitel.*
Formen und Wortfamilie
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Attributiv | mein eigenes Zimmer | stark/schwach dekliniert |
| Prädikativ | Er ist sehr eigen. | nur in der Bedeutung „eigenwillig“ |
| Substantiv | das Eigentum, die Eigenschaft | Besitz, Merkmal |
| Adverb | eigentlich | ursprünglich „wirklich, im Kern“ |
| Komposita | Eigenname, Eigenlob, Eigenheim | sehr produktiv |
eigen in Beispielsätzen
- Jedes Kind bekommt ein eigenes Zimmer.Häufigste Bedeutung: Besitz.
- Sie hat sich diese Meinung zu eigen gemacht.„sich etwas zu eigen machen“ = übernehmen; klein geschrieben.
- Eigenlob stinkt.Sprichwort: Wer sich selbst lobt, wirkt unangenehm.
Redewendungen und Komposita
- sich etwas zu eigen machen – eine Idee übernehmen
- auf eigene Faust – selbstständig, ohne Erlaubnis
- in eigener Sache – über sich selbst, etwa in einer Zeitungsnotiz
- Eigentor – ein Tor ins eigene Netz, übertragen ein selbst verschuldeter Schaden
- Eigenart – besondere Gewohnheit; daher auch „eigenartig“ für seltsam
Steigert man eigen?
Kaum. In der Besitzbedeutung gibt es keine Steigerung; „eigen“ im Sinn von eigenwillig kann man mit „sehr“ verstärken.
Ist eigentlich mit eigen verwandt?
Ja. Eigentlich bedeutete zunächst „wesensmäßig, wirklich“. Heute dient es oft als Abtönungspartikel: „Wie heißt du eigentlich?“