Was bedeutet „Sorge“? Zwischen Kummer und Fürsorge
Sorge ist ein bedrückendes Gefühl der Unruhe oder Angst, dass etwas Schlimmes geschehen könnte. Zugleich bezeichnet das Wort die Mühe, sich um jemanden oder etwas zu kümmern.
Wer sich Sorgen macht, denkt an etwas, das schiefgehen könnte. Wer für jemanden sorgt, kümmert sich um ihn. Das Wort trägt beides in sich: die Angst um einen Menschen und die Mühe, die man für ihn auf sich nimmt.
- Unruhe, Befürchtung (oft Plural). *Mach dir keine Sorgen!*
- Kummer, Problem. *Sie hat finanzielle Sorgen.*
- Fürsorge, Bemühen. *Die Sorge um die Kinder kostet Kraft.*
- Verantwortung: für etwas Sorge tragen. *Die Stadt trägt Sorge für die Sicherheit.*
Formen und Ableitungen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | die Sorge (feminin) | eine große Sorge |
| Plural | die Sorgen | ohne Sorgen |
| Verb | sorgen, sich sorgen | Ich sorge mich um ihn. |
| Adjektiv | sorgfältig, sorglos | eine sorgfältige Arbeit |
| Komposita | das Sorgerecht, die Vorsorge | das gemeinsame Sorgerecht |
Beispielsätze
- Keine Sorge, das klappt schon.Beruhigende Floskel; auch „keine Angst“.
- Ihre Gesundheit bereitet uns Sorgen.Formeller Stil, etwa in Briefen.
- Lass das meine Sorge sein.Bedeutet: Darum kümmere ich mich.
Herkunft und Verwandte
Sorge geht auf althochdeutsch *sorga* zurück und ist eng verwandt mit englisch *sorrow* (Kummer, Trauer). Interessant ist, dass das Deutsche die aktive Seite bewahrt hat: Aus der Sorge wurden *sorgen für*, *versorgen*, *Fürsorge* und *sorgfältig* – also das gewissenhafte Kümmern. Im Englischen blieb nur die Trauer. Ein enger Nachbar ist der Kummer, ein stärkerer die Angst.
Heißt es „sich sorgen um“ oder „sich Sorgen machen um“?
Beides ist richtig und bedeutet dasselbe. „Sich Sorgen machen“ ist im Alltag häufiger.
Was ist das Sorgerecht?
Das Recht und die Pflicht der Eltern, für ein minderjähriges Kind zu sorgen – etwa nach einer Trennung wichtig.