Wer die Wahl hat, hat die Qual: das Wort Qual erklärt
Qual bezeichnet starkes körperliches oder seelisches Leiden. Abgeschwächt meint es auch etwas sehr Mühsames oder Lästiges.
Die Qual ist mehr als ein Schmerz: Sie dauert an und zermürbt. Im Alltag wird das Wort aber auch augenzwinkernd gebraucht, etwa für eine lange Sitzung. Das bekannteste Sprichwort dazu lautet: Wer die Wahl hat, hat die Qual.
- Andauerndes, schweres Leiden. *Die letzten Wochen der Krankheit waren eine Qual.*
- Seelische Pein. *Die Ungewissheit war für die Eltern eine einzige Qual.*
- Abgeschwächt: große Mühe, Lästiges. *Das Formular auszufüllen war eine Qual.*
Formen und Wortfamilie
| Form | Wort | Beispiel |
|---|---|---|
| Nomen, Plural | die Qual, die Qualen | unter Qualen sterben |
| Verb | quälen | Er quält sich die Treppe hoch. |
| Adjektiv | qualvoll | ein qualvoller Tod |
| Nomen | die Quälerei | Tierquälerei ist strafbar. |
| Person | der Quälgeist | lästiges Kind |
Beispiele
- Für mich ist jeder Zahnarztbesuch eine Qual.Umgangssprachlich übertreibend.
- Die Gefangenen litten unbeschreibliche Qualen.Ernster Kontext; der Plural betont die Dauer.
- Du hast die Qual der Wahl.Feste Wendung: Die Auswahl fällt schwer, weil alles gut ist.
Qual und Qualität: kein Verwandtschaftsverhältnis
Trotz gleicher Anfangsbuchstaben hat Qual nichts mit *Qualität* zu tun. Qual stammt vom althochdeutschen *quala* und ist ein Erbwort germanischer Herkunft, verwandt mit dem englischen *quell* ‚unterdrücken‘. Qualität dagegen kommt vom lateinischen *qualis* ‚wie beschaffen‘. Das Sprichwort von der Wahl lebt gerade vom Reim auf -al, nicht von einer gemeinsamen Wurzel.
Was bedeutet ‚die Qual der Wahl‘?
Man hat so viele gute Möglichkeiten, dass die Entscheidung schwerfällt. Gemeint ist eine eher angenehme Schwierigkeit.
Schreibt man quälen mit ä oder e?
Mit ä, weil es von Qual abgeleitet ist. Dasselbe Prinzip gilt für Quälerei und Tierquäler.