Was ist eine Kanzlei? Vom Schreibbüro zur Anwaltspraxis

Eine Kanzlei ist das Büro eines Rechtsanwalts, Notars oder Steuerberaters. Früher bezeichnete das Wort die Schreibstube einer Behörde oder eines Fürstenhofs.

Wer einen Rechtsstreit hat, sucht sich eine Kanzlei. Heute denkt man dabei fast immer an einen Anwalt oder eine Notarin, doch das Wort ist viel älter als moderne Rechtsberatung. Die Kanzlei war einst der Ort, an dem Macht in Schrift verwandelt wurde. Dort setzten Schreiber Urkunden, Briefe und Erlasse auf.

Formen und Wortfamilie

MerkmalFormHinweis
Genusdie Kanzleifeminin
Genitivder Kanzleiunverändert
Pluraldie KanzleienEndung -en
KompositaAnwaltskanzlei, Steuerkanzleisehr häufig
VerwandtKanzler, Kanzleisprachegleiche Wurzel

Beispiele im Satz

Herkunft: Gitter und Schranken

Das Wort geht auf das lateinische *cancelli* zurück, das „Gitter, Schranken“ bedeutet. Gemeint war der abgeschrankte Bereich, in dem Schreiber hinter einer Absperrung arbeiteten. Daraus entstand mittelhochdeutsch *kanzelīe*. Aus derselben Wurzel stammt der Kanzler: ursprünglich der Vorsteher dieser Schreibstube. Auch die Kanzleisprache hat hier ihren Namen – die formelhafte Schriftsprache der Ämter, die im Spätmittelalter zur Vereinheitlichung des Deutschen beitrug.

Ist eine Kanzlei dasselbe wie ein Büro?

Jede Kanzlei ist ein Büro, aber nicht umgekehrt. Kanzlei sagt man vor allem bei Rechtsanwälten, Notaren, Steuerberatern und Patentanwälten.

Wie heißt der Plural von Kanzlei?

Der Plural lautet die Kanzleien.

Quellen

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