Was ist ein Seemann? Beruf, Plural und Seemannsgarn
Ein Seemann ist jemand, der beruflich auf einem Schiff zur See fährt. Der Plural lautet Seeleute, nur selten Seemänner.
Der Seemann verbringt sein Arbeitsleben auf dem Meer, oft Wochen oder Monate fern der Heimat. Ein Seemann erzählt gern – und nicht alles, was er erzählt, ist wahr. Daher kommt das berühmte *Seemannsgarn*.
- Person, die beruflich zur See fährt. *Sein Großvater war Seemann auf einem Frachter.*
- Erfahrener Mann des Meeres, oft im Gegensatz zur Landratte. *Er ist ein alter Seemann und kennt jeden Hafen.*
- Mitglied einer Schiffsbesatzung ohne Offiziersrang. *Die Seeleute schrubbten das Deck.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Seemann | maskulin |
| Genitiv | des Seemanns | auch des Seemannes |
| Plural | die Seeleute | Standardform |
| Plural (selten) | die Seemänner | betont einzelne Männer |
| Komposita | Seemannsgarn, Seemannslied, Seemannsknoten | sehr bekannt |
Beispiele
- Die Seeleute gingen im Hafen von Bord.Der Plural Seeleute schließt auch Frauen ein.
- Das ist doch nur Seemannsgarn!Erfundene oder stark übertriebene Geschichte; umgangssprachlich.
- Mit einem Seemannsknoten hält das Seil bombenfest.Seemannsknoten ist der Sammelbegriff für Knoten aus der Seefahrt.
Seemannsgarn und Seemannssprache
Der Ausdruck Seemannsgarn spinnen stammt aus der Segelschiffszeit: Seeleute flochten an Bord aus alten Tauen neues Garn und erzählten sich dabei Geschichten, die mit jeder Wiederholung abenteuerlicher wurden. Viele Wörter der deutschen Seemannssprache kommen aus dem Niederdeutschen und Niederländischen, etwa *Kombüse*, *Koje* oder *Back*. Der ranghöchste Seemann an Bord ist der Kapitän.
Heißt es Seemänner oder Seeleute?
Üblich ist Seeleute. Seemänner kommt vor, klingt aber ungewöhnlich und betont das männliche Geschlecht.
Gibt es eine weibliche Form?
Ja, Seefrau ist möglich, aber selten; neutral spricht man von Seeleuten oder Besatzungsmitgliedern.