Kanzler: Regierungschef in Berlin und Wien – und in Bern?

Ein Kanzler ist in Deutschland und Österreich der Regierungschef (Bundeskanzler); außerdem heißt so der leitende Verwaltungsbeamte einer Universität oder historisch ein hoher Hofbeamter.

Wer in Deutschland oder Österreich die Regierung führt, heißt Kanzler oder Kanzlerin. Der Titel stammt von einem kleinen Schreiber, der hinter einem Gitter saß. Aus dem Hofbeamten wurde über Jahrhunderte eines der mächtigsten Ämter.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Kanzlermaskulin
Femininumdie KanzlerinPlural Kanzlerinnen
Genitivdes Kanzlers—
Pluraldie Kanzlerunverändert
KompositaBundeskanzler, Vizekanzler, Kanzleramt—

Beispielsätze

Vom Gitter zum Amt

Das lateinische *cancellarius* bezeichnete im spätrömischen Reich einen Gerichtsdiener oder Schreiber, der an den *cancelli*, den Schranken oder Gittern eines Gerichtssaals, saß. Daraus wurde der Leiter der Schreibstube eines Herrschers, der Kanzlei. In der Schweiz ist der Bundeskanzler bis heute kein Regierungschef, sondern Stabschef des Bundesrates und Leiter der Bundeskanzlei – das ursprüngliche Amt ist dort also noch erkennbar.

Wie viele Bundeskanzler hatte Deutschland?

Seit 1949 haben zehn Personen das Amt ausgeübt, beginnend mit Konrad Adenauer; Angela Merkel war die erste Frau.

Ist der Schweizer Bundeskanzler Regierungschef?

Nein. Die Schweiz hat keinen Regierungschef; die Regierung ist der siebenköpfige Bundesrat, und der Bundeskanzler leitet dessen Verwaltungsstab.

Quellen

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