Gunst oder Wohlwollen? Ein altes Wort für Zuneigung
Gunst ist das Wohlwollen oder die Zuneigung, die jemand einer anderen Person entgegenbringt, oft verbunden mit Vorteilen. Heute steckt das Wort vor allem in „zugunsten“.
Gunst ist ein etwas gehobenes Wort für Wohlwollen. Wer die Gunst eines anderen besitzt, wird von ihm bevorzugt behandelt. Gunst und gönnen gehören zur selben Wortfamilie: Wer jemandem etwas gönnt, erweist ihm seine Gunst.
- Wohlwollen, Zuneigung. *Sie versuchte, die Gunst des Publikums zu gewinnen.*
- Erwiesene Gefälligkeit (gehoben). *Er bat um eine letzte Gunst.*
- Günstige Gelegenheit: „die Gunst der Stunde“. *Wir nutzten die Gunst der Stunde.*
Formen und Wortfamilie
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus + Artikel | die Gunst | Femininum |
| Plural | die Gunstbezeigungen | Gunst selbst fast nur Singular |
| Adjektiv | günstig | heute v. a. „preiswert“ |
| Präposition | zugunsten / zu Gunsten | beide Schreibungen korrekt |
| Verwandt | gönnen, Missgunst | gleiche Wurzel |
Gunst in Beispielsätzen
- Der Minister fiel beim Kanzler in Ungunst.Gegenteil: Ungunst; gehoben.
- Sie buhlten um die Gunst der Wähler.„um die Gunst buhlen“ ist eine feste Verbindung.
- Das Urteil fiel zugunsten des Klägers aus.Präposition mit Genitiv.
Von Gunst zu günstig
Das Adjektiv günstig bedeutete ursprünglich „wohlwollend“: ein günstiger Herrscher war ein gnädiger. Später verschob sich der Sinn zu „vorteilhaft“ und schließlich zu „preiswert“. Die Präposition zugunsten entstand aus der Wendung „zu Gunsten“ und darf nach der Rechtschreibreform weiterhin getrennt oder zusammen geschrieben werden. Das Gegenwort Missgunst bezeichnet Neid, also das Gegenteil von Gönnen.
Hat Gunst einen Plural?
Praktisch nicht. Für mehrere Erweise sagt man Gunstbeweise oder Gunstbezeigungen.
Ist Gunst veraltet?
Nein, aber gehoben. Im Alltag sagt man eher Sympathie oder Wohlwollen; feste Wendungen wie „die Gunst der Stunde“ sind lebendig.