Stand – vom Marktstand bis zum Stand der Technik
Der Stand ist das Stehen, ein Verkaufsplatz (Marktstand), ein erreichter Zustand oder Wert (Kontostand) und früher eine gesellschaftliche Gruppe. In der Schweiz heißt auch ein Kanton „Stand“.
Stand kommt von *stehen* und behält diese Grundidee in allen Bedeutungen: Etwas steht fest, an einem Ort oder auf einem Niveau. Ein Stand ist immer eine Momentaufnahme dessen, wo etwas gerade steht.
- Das Stehen. *Er sprang aus dem Stand über die Pfütze.*
- Verkaufsplatz. *Am Stand vor dem Bahnhof gibt es frische Brezeln.*
- Erreichter Zustand, Wert. *Wie ist der Stand der Dinge?*
- Gesellschaftliche Gruppe (historisch). *Adel, Klerus und Bürgertum bildeten Stände.*
- Kanton (Schweiz). *Der Stand Bern hat zugestimmt.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus und Artikel | der Stand | der Stand der Forschung |
| Genitiv | des Stand(e)s | trotz des Wasserstands |
| Plural | die Stände | die Stände auf dem Weihnachtsmarkt |
| Verkleinerung | das Ständchen | ein Ständchen singen |
| Komposita | Kontostand, Familienstand, Wasserstand | Familienstand: ledig |
Beispielsätze
- Mit seiner Meinung hatte er im Team einen schweren Stand.Wendung: sich schwer durchsetzen können.
- Die Software ist auf dem neuesten Stand.„Auf dem neuesten Stand“ = aktuell.
- Wir treten in den Stand der Ehe.Gehoben und etwas altertümlich.
Stand in der Schweiz
In der Schweiz ist *Stand* eine traditionelle Bezeichnung für einen Kanton. Daher kommt der Name der Kantonskammer im Parlament: Der *Ständerat* vertritt die Kantone, der Nationalrat das Volk. Auch die *Standesstimme* bei Volksabstimmungen meint die Stimme eines Kantons. Wer einen Verkaufsplatz meint, sagt dagegen eher *Marktstand*, wie auf jedem Markt.
Was ist ein Ständchen?
Die Verkleinerungsform bezeichnet ein kleines Musikstück, das man jemandem zu Ehren vorträgt, etwa zum Geburtstag. Ursprünglich wurde es stehend vor dem Haus dargeboten.
Ist „Stand“ dasselbe wie „Lage“?
Nicht ganz. Der Stand beschreibt einen erreichten Punkt (*Stand der Arbeiten*), die Lage eher die Gesamtsituation oder den Ort.