Recht oder recht? Gesetz, Anspruch und Richtigkeit
Recht ist die Gesamtheit der staatlich festgelegten Regeln einer Gemeinschaft. Ein Recht ist außerdem ein berechtigter Anspruch, etwa das Recht auf Bildung.
Das Substantiv Recht hat zwei Hauptbedeutungen: die Rechtsordnung eines Staates und den Anspruch eines Einzelnen. Dazu kommen das Adjektiv „recht“ und das Adverb „rechts“. „Recht haben“ und „recht haben“ sind seit 2006 beide korrekt; der Duden empfiehlt die Kleinschreibung.
- Rechtsordnung, Gesetze. *Er studiert deutsches Recht.*
- Anspruch, Befugnis. *Jeder hat das Recht auf einen Anwalt.*
- Richtigkeit, Gerechtigkeit. *Sie hat das Recht auf ihrer Seite.*
- Adjektiv: passend, richtig. *Das ist mir recht.*
Formen und Wortfamilie
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus + Artikel | das Recht | Neutrum |
| Genitiv | des Rechts / des Rechtes | |
| Plural | die Rechte | „Menschenrechte“ |
| Adjektiv | recht, gerecht, rechtlich | |
| Komposita | Grundrecht, Strafrecht, Wahlrecht |
Recht in Beispielsätzen
- Da hast du recht.Auch „Recht“ erlaubt; klein ist die empfohlene Variante.
- Das Gericht sprach Recht.Juristisch: ein Urteil fällen.
- Mit welchem Recht verlangst du das?Frage nach der Berechtigung, leicht vorwurfsvoll.
Leicht verwechselt
- recht (passend) vs. rechts (Richtung): „Biegen Sie rechts ab.“
- Recht (Ordnung) vs. Gesetz (einzelne Vorschrift): Ein Gesetz ist Teil des Rechts, das Recht umfasst aber auch Gewohnheitsrecht und Gerichtsurteile.
- zu Recht (berechtigt) vs. zurecht in Verben: „Er wurde zu Recht gelobt“, aber „sich zurechtfinden“.
- Wer Recht spricht, ist der Richter.
Woher kommt das Wort?
Von althochdeutsch *reht* „gerade, richtig“; verwandt mit lateinisch *rectus* und englisch *right*. Das Gerade galt als das Richtige; auch „richten“, „richtig“ und „Richter“ gehören zu dieser Wortfamilie.
Was bedeutet „recht und billig“?
Gerecht und angemessen. „Billig“ hatte hier noch die alte Bedeutung „angemessen“, nicht „preiswert“.