Willen und Wille: Was steckt hinter „um … willen“?
„Willen“ ist eine Form von „der Wille“, dem bewussten Streben nach einem Ziel. Daneben steht es in der Präposition „um … willen“ (wegen, zugunsten).
Die Form Willen begegnet einem öfter als *Wille*: *gegen meinen Willen*, *mit gutem Willen*, *um Gottes willen*. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ – aber in fast jedem anderen Satz heißt es „Willen“. Das liegt an der Deklination.
- Absicht, Entschlossenheit. *Er hat einen starken Willen.*
- Wunsch, Verlangen. *Sie hat ihren Willen durchgesetzt.*
- Letzter Wille (Testament). *Das war sein letzter Wille.*
- Präposition „um … willen“. *Um des lieben Friedens willen gab sie nach.*
Formen
| Kasus | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Nominativ | der Wille / der Willen | „Willen“ seltene Nebenform |
| Genitiv | des Willens | mit -ns |
| Dativ | dem Willen | mit dem Willen |
| Akkusativ | den Willen | gegen seinen Willen |
| Plural | die Willen | kaum gebräuchlich |
Beispielsätze
- Das hat sie gegen ihren Willen getan.Akkusativ nach „gegen“.
- Um Gottes willen, was ist passiert?„willen“ hier klein: Teil der Präposition.
- Mit etwas gutem Willen schaffen wir das.„guter Wille“ = Bereitschaft.
Grammatik: Wille, Willen und willen
- Wille gehört zu einer kleinen Gruppe von Nomen wie *Name*, *Glaube* und *Friede*, die im Genitiv *-ns* haben: *des Willens*, *des Namens*.
- Bei diesen Wörtern gibt es oft eine Nebenform auf -n: *Glauben*, *Frieden* – und eben *Willen*.
- In um … willen wird *willen* klein geschrieben, weil es Teil einer Präposition ist: *um der Kinder willen*.
- Aus *willen* entstand auch *willentlich* (absichtlich). Mehr zum Grundwort im Eintrag Wille; ähnlich gebaut ist Frieden.
Heißt es „der Wille“ oder „der Willen“?
Standard ist *der Wille*. *Der Willen* gilt als seltene Nebenform; in den anderen Fällen heißt es *Willen*.
Wie schreibt man „um Himmels willen“?
Mit kleinem *willen*. Es ist eine Präposition mit Genitiv, keine Nomenform.