Frieden oder Friede? Zwei Formen, ein Ideal

Frieden ist der Zustand ohne Krieg und Gewalt, zwischen Staaten wie zwischen Menschen. Im übertragenen Sinn bedeutet er auch innere Ruhe und Harmonie.

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg: Er meint auch Eintracht, Sicherheit und Ruhe. „Lass mich in Frieden!“ – das kleinste Friedensangebot des Alltags ist eine Bitte um Ruhe. Grammatisch hat das Wort zwei Grundformen.

Formen

MerkmalFormHinweis
Nominativder Frieden / der FriedeFriede gehoben
Genitivdes Friedensnur diese Form
Pluraldie Friedenselten (Friedensschlüsse)
Adjektivfriedlich, friedfertigfriedlich = ohne Gewalt
KompositaFriedensvertrag, Weltfrieden, HausfriedenFugen-s

Beispielsätze

Frieden, frei und Freund

Das althochdeutsche *fridu* gehört zu einer Wurzel, die „lieben, schonen“ bedeutete. Aus derselben Wurzel stammen *frei* und Freund – und der Friedhof, der ursprünglich ein „eingefriedeter“, geschützter Hof war. Die Form *Friede* ist die ältere, *Frieden* hat sich im heutigen Deutsch durchgesetzt; beide sind korrekt. Der Gegenbegriff ist der Krieg; wer Frieden schließt, beendet einen Kampf.

Heißt es „Friede“ oder „Frieden“?

Beides ist richtig. *Frieden* ist im Alltag üblicher, *Friede* klingt gehoben oder feierlich (*Friede sei mit euch*).

Hat Friedhof etwas mit Frieden zu tun?

Ja, über einen Umweg: Althochdeutsch *frīthof* war ein eingehegter, „eingefriedeter“ Bereich um die Kirche. Erst später verstand man das Wort als Ort der Ruhe für die Toten.

Quellen

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