Was bedeutet der Wille – und warum heißt es „um Himmels willen“?
Der Wille ist die Fähigkeit und Absicht, etwas bewusst zu wollen und durchzusetzen. Im Recht bezeichnet der „letzte Wille“ das Testament.
Der Wille steht für das, was ein Mensch ernsthaft erreichen möchte – mehr als ein bloßer Wunsch, weil er auf Handeln zielt. Wer einen Willen hat, wünscht nicht nur, sondern entscheidet. Deshalb spricht man von Willenskraft, wenn jemand trotz Widerständen dranbleibt.
- Bewusstes Wollen, Entschlossenheit. *Sie hat einen starken Willen.*
- Absicht, Vorhaben. *Es war nicht mein Wille, dich zu kränken.*
- Verfügung über den Nachlass (letzter Wille). *Sein letzter Wille wurde beim Notar hinterlegt.*
- Zustimmung, Einverständnis. *Gegen den Willen der Eltern zog er aus.*
Formen und Deklination
| Kasus | Singular | Hinweis |
|---|---|---|
| Nominativ | der Wille | Nebenform: der Willen |
| Genitiv | des Willens | mit -ns wie Name |
| Dativ | dem Willen | — |
| Akkusativ | den Willen | — |
| Plural | die Willen | selten gebraucht |
| Komposita | Willenskraft, Wählerwille | Fugen-s |
Beispiele aus dem Alltag
- Beim besten Willen – das schaffe ich heute nicht mehr.Feste Wendung: „trotz aller Bemühung“.
- Lass ihm doch seinen Willen!Umgangssprachlich: jemandem nachgeben.
- Der Wählerwille muss respektiert werden.Politische Sprache, oft in Komposita.
Redewendungen und Verwechslungen
- Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. – Sprichwort über Entschlossenheit.
- Wider Willen – unfreiwillig: *Er musste wider Willen lachen.*
- Um … willen ist eine Präposition mit Genitiv und wird kleingeschrieben: *um des Friedens willen*, *um Himmels willen*.
- Das Wort ist mit englisch *will* verwandt; beide gehen auf althochdeutsch *willo* bzw. eine gemeinsame germanische Wurzel zurück.
Heißt es „des Willen“ oder „des Willens“?
Richtig ist „des Willens“. Wille gehört zu einer kleinen Gruppe wie Name oder Glaube, die im Genitiv -ns bekommt.
Schreibt man „um Gottes willen“ groß?
Nein. In der Präposition „um … willen“ wird willen kleingeschrieben, also „um Gottes willen“.
Was ist der letzte Wille?
So nennt man die Verfügung eines Menschen über sein Vermögen nach dem Tod, meist ein Testament.