Was bedeutet Geduld? Die Tugend des Wartenkönnens

Geduld ist die Fähigkeit, ruhig abzuwarten, Schwierigkeiten zu ertragen und nicht vorschnell aufzugeben oder ärgerlich zu werden.

Geduld ist eine stille Stärke. Sie zeigt sich an der Supermarktkasse, beim Lernen einer Sprache oder in der Pflege kranker Menschen. Geduld heißt nicht Nichtstun, sondern Durchhalten ohne Groll. Kein Wunder, dass sie als klassische Tugend gilt.

Formen und Ableitungen

FormWortartBeispiel
die GeduldNomen, ohne PluralMeine Geduld ist am Ende.
geduldigAdjektivein geduldiger Zuhörer
ungeduldigAdjektivungeduldig warten
sich geduldenVerbBitte gedulden Sie sich.
GeduldsspielKompositumein kniffliges Geduldsspiel

Beispiele

Herkunft: dulden und ertragen

*Geduld* gehört zum Verb *dulden*, das ursprünglich „ertragen, aushalten“ bedeutete. Schon im Althochdeutschen gab es *gidult*. Geduldig ist also, wer etwas erträgt, ohne sich aufzulehnen. Das Gegenteil, die Ungeduld, ist eng mit Unruhe verwandt; wer dagegen Ruhe bewahrt, hat meist auch Geduld. Sprichwörtlich heißt es: *Geduld bringt Rosen.*

Hat Geduld einen Plural?

Nein. Geduld ist ein Abstraktum und wird nur im Singular gebraucht.

Was ist der Unterschied zwischen geduldig und duldsam?

Geduldig ist, wer gelassen wartet. Duldsam ist, wer andere Meinungen und Lebensweisen toleriert.

Quellen

WhatsAppXTelegramFacebook

Mehr Wörter mit 6 Buchstaben