Was bedeutet Geduld? Die Tugend des Wartenkönnens
Geduld ist die Fähigkeit, ruhig abzuwarten, Schwierigkeiten zu ertragen und nicht vorschnell aufzugeben oder ärgerlich zu werden.
Geduld ist eine stille Stärke. Sie zeigt sich an der Supermarktkasse, beim Lernen einer Sprache oder in der Pflege kranker Menschen. Geduld heißt nicht Nichtstun, sondern Durchhalten ohne Groll. Kein Wunder, dass sie als klassische Tugend gilt.
- Fähigkeit, ruhig zu warten. *Hab ein bisschen Geduld, der Bus kommt gleich.*
- Ausdauer bei schwierigen Aufgaben. *Zum Puzzeln braucht man viel Geduld.*
- Nachsicht mit anderen. *Die Lehrerin hatte große Geduld mit der Klasse.*
Formen und Ableitungen
| Form | Wortart | Beispiel |
|---|---|---|
| die Geduld | Nomen, ohne Plural | Meine Geduld ist am Ende. |
| geduldig | Adjektiv | ein geduldiger Zuhörer |
| ungeduldig | Adjektiv | ungeduldig warten |
| sich gedulden | Verb | Bitte gedulden Sie sich. |
| Geduldsspiel | Kompositum | ein kniffliges Geduldsspiel |
Beispiele
- Bitte haben Sie noch etwas Geduld.Höfliche Bitte, etwa am Telefon oder im Amt.
- Jetzt reißt mir aber der Geduldsfaden!Umgangssprachlich: Ich verliere die Geduld.
- Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.Scherzhaftes Sprichwort: Mit Ausdauer gelingt auch Schwieriges.
Herkunft: dulden und ertragen
*Geduld* gehört zum Verb *dulden*, das ursprünglich „ertragen, aushalten“ bedeutete. Schon im Althochdeutschen gab es *gidult*. Geduldig ist also, wer etwas erträgt, ohne sich aufzulehnen. Das Gegenteil, die Ungeduld, ist eng mit Unruhe verwandt; wer dagegen Ruhe bewahrt, hat meist auch Geduld. Sprichwörtlich heißt es: *Geduld bringt Rosen.*
Hat Geduld einen Plural?
Nein. Geduld ist ein Abstraktum und wird nur im Singular gebraucht.
Was ist der Unterschied zwischen geduldig und duldsam?
Geduldig ist, wer gelassen wartet. Duldsam ist, wer andere Meinungen und Lebensweisen toleriert.