Weg: Pfad, Strecke und Methode zugleich
Ein Weg ist eine Strecke, auf der man von einem Ort zum anderen gelangt, etwa ein Pfad oder eine Straße. Im übertragenen Sinn bezeichnet er eine Methode, ein Ziel zu erreichen.
Der Weg führt durch den Wald, zur Arbeit oder zur Lösung eines Problems. Das Substantiv bezeichnet sowohl einen konkreten Pfad als auch die Art und Weise, etwas zu tun. Der Weg spricht sich mit langem e, das Adverb weg dagegen kurz – obwohl beide gleich geschrieben werden.
- Pfad, befestigte Strecke. *Ein schmaler Weg führt zum See.*
- Strecke, die man zurücklegt. *Auf dem Weg nach Hause traf ich Anna.*
- Methode, Mittel. *Wir müssen einen anderen Weg finden.*
- Lebensweg, Entwicklung. *Sie geht ihren eigenen Weg.*
Formen
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus + Artikel | der Weg | Maskulinum |
| Genitiv | des Weges / des Wegs | beide üblich |
| Plural | die Wege | Dativ Plural: den Wegen |
| Diminutiv | das Weglein | selten, eher poetisch |
| Komposita | Heimweg, Rückweg, Ausweg | Weg als Grundwort |
Weg in Beispielsätzen
- Kannst du mir den Weg zum Bahnhof zeigen?Typische Frage nach der Richtung.
- Der Baum steht mir im Weg.„im Weg stehen“ = behindern.
- Er ist auf dem besten Weg, Arzt zu werden.Feste Wendung für eine positive Entwicklung.
Der Weg oder weg?
Das großgeschriebene Substantiv der Weg [veːk] hat ein langes e. Das Adverb weg [vɛk] („Geh weg!“, „Das Geld ist weg“) hat ein kurzes e und ist aus der Wendung „in weg“ (auf den Weg) zusammengewachsen. Beide stammen also aus derselben Wurzel, die auch in „bewegen“ und im englischen *way* steckt. Wer sich auf den Weg macht, kommt einem Ziel näher; wer weg ist, hat einen Ort verlassen.
Was bedeutet „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“?
Das Sprichwort sagt: Wer etwas wirklich will, findet auch eine Möglichkeit. Es entspricht dem englischen „Where there's a will, there's a way“.
Was heißt „jemandem aus dem Weg gehen“?
Man vermeidet bewusst den Kontakt mit einer Person, etwa nach einem Streit.