Ort: Platz, Ortschaft und die Bergmannssprache „vor Ort“
Ein Ort ist eine Stelle oder ein Platz, an dem sich etwas befindet oder geschieht, und außerdem eine kleinere Ortschaft wie ein Dorf. „Vor Ort“ heißt: direkt dort, wo etwas passiert.
Ein Ort kann eine genaue Stelle sein oder ein ganzes Dorf. Reporter berichten „vor Ort“, Touristen suchen schöne Orte. Die Wendung „vor Ort“ stammt aus dem Bergbau: Dort war das Ort das Ende eines Stollens, an dem gerade abgebaut wurde.
- Stelle, Platz. *Leg den Schlüssel an seinen Ort zurück.*
- Ortschaft, Gemeinde. *Sie kommt aus einem kleinen Ort im Allgäu.*
- Schauplatz. *Der Ort des Verbrechens wurde abgesperrt.*
- vor Ort: unmittelbar am Geschehen. *Die Feuerwehr ist schon vor Ort.*
Formen und Komposita
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Ort (maskulin) | ein ruhiger Ort |
| Genitiv | des Ortes / Orts | die Mitte des Ortes |
| Plural | die Orte | historische Orte |
| Plural (Mathematik) | die Örter | geometrische Örter |
| Komposita | Wohnort, Ortsteil | den Wohnort angeben |
Beispielsätze
- Hier ist nicht der richtige Ort für dieses Gespräch.Bedeutet auch: nicht die passende Situation.
- Wir treffen uns am vereinbarten Ort.Neutral, etwas formell.
- Das Stück spielt an verschiedenen Orten.Im Theater: Schauplätze.
Ursprüngliche Bedeutung: die Spitze
Althochdeutsch *ort* bedeutete „Spitze, Ecke, äußerstes Ende“, etwa die Spitze einer Waffe. Daraus wurde der Punkt, an dem etwas liegt, und schließlich die Ortschaft. In der Bergmannssprache blieb die alte Bedeutung erhalten: das *Ort* (dort sogar neutral) ist das Ende eines Grubenbaus. Ein naher Verwandter im Alltag ist Platz; ein kleiner Ort auf dem Land heißt Dorf.
Wann sagt man Örter?
Fast nur in der Mathematik („geometrische Örter“) und in alten Texten. Sonst heißt der Plural „Orte“.
Was bedeutet „an Ort und Stelle“?
Genau dort, sofort und ohne Umweg: „Er wurde an Ort und Stelle festgenommen.“