Ins Visier nehmen: was das Visier ist und warum man es öffnet

Ein Visier ist der bewegliche Teil eines Helms, der das Gesicht schützt. Außerdem bezeichnet das Wort die Zielvorrichtung an Schusswaffen; „ins Visier nehmen“ heißt, jemanden oder etwas gezielt beobachten oder angreifen.

Das Visier schützt das Gesicht – beim Ritter ebenso wie heute beim Motorradfahrer. Gleichzeitig ist es die Vorrichtung, durch die man beim Zielen schaut. Wer etwas „ins Visier nimmt“, richtet seinen Blick so genau darauf, als würde er zielen. Das Wort stammt aus dem Französischen und hat mit dem Sehen zu tun.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdas Visiersächlich
Genitivdes Visiersmit -s
Pluraldie Visiereohne Umlaut
Verbvisieren, anvisierenein Ziel anpeilen
KompositaHelmvisier, Zielfernrohrtechnisch

Beispielsätze

Mit offenem Visier

Die Wendung mit offenem Visier kämpfen stammt aus dem Rittertum. Ein Ritter mit geschlossenem Helm war nicht zu erkennen; wer das Visier öffnete, zeigte sein Gesicht und kämpfte damit offen und ehrlich. Heute heißt das, seine Absichten nicht zu verbergen. Das Wort selbst kam im Mittelalter aus dem französischen *visière* ins Deutsche, abgeleitet von altfranzösisch *vis* „Gesicht“, das auf lateinisch *visus* „das Sehen“ zurückgeht. Mit derselben Wurzel verwandt sind *Vision* und *Visum*.

Was bedeutet jemanden ins Visier nehmen?

Jemanden gezielt beobachten, kritisieren oder angreifen.

Wie lautet der Plural von Visier?

Die Visiere.

Quellen

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