Omen: Gutes oder böses Vorzeichen?
Ein Omen ist ein Vorzeichen, aus dem man auf ein künftiges Ereignis schließt – je nach Deutung ein gutes oder ein schlechtes Zeichen.
Eine schwarze Katze von links, ein Regenbogen am Hochzeitstag – Menschen lesen gern Zeichen in ihrer Umgebung. Ein solches Zeichen nennt man Omen. Ein Omen sagt oft mehr über die Hoffnungen des Deuters als über die Zukunft. Das Wort wird meist mit einem Adjektiv verbunden: ein gutes, böses oder schlechtes Omen.
- Vorzeichen. *Den Regen am Morgen hielt sie für ein schlechtes Omen.*
- Ankündigung kommender Ereignisse. *Die vielen Absagen waren ein Omen für das Scheitern.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | das Omen | neutrum |
| Genitiv | des Omens | Endung -s |
| Plural | die Omen | heute üblich |
| Plural (gehoben) | die Omina | lateinische Form |
| Adjektiv | ominös | bedenklich, zweifelhaft |
Beispiele
- Der Sieg im Eröffnungsspiel ist ein gutes Omen.Sportsprache, oft halb scherzhaft.
- Er sah das zerbrochene Glas als böses Omen.„Böses Omen“ ist eine feste Verbindung.
- Ein ominöser Anruf ließ sie aufhorchen.Ominös = verdächtig, merkwürdig.
Nomen est omen
Die lateinische Redensart nomen est omen heißt „Der Name ist ein Vorzeichen“. Man sagt sie, wenn ein Name auffällig gut zu seinem Träger passt, etwa bei einer Zahnärztin namens Dr. Bohrer. Sie geht auf den römischen Komödiendichter Plautus zurück. Auch das Adjektiv *ominös* stammt von *omen*; es bedeutete ursprünglich „unheilverkündend“ und heißt heute eher „undurchsichtig, verdächtig“. Ein ominöses Paket ist also nicht unbedingt gefährlich, aber seltsam. Verwandt im Sinn ist das Orakel, das die Zukunft nicht nur andeutet, sondern ausspricht.
Ist Omen positiv oder negativ?
Beides ist möglich. Ohne Zusatz klingt Omen oft eher nach Unheil; deshalb sagt man ausdrücklich „ein gutes Omen“.
Was ist der Unterschied zwischen Omen und [Zeichen](/dictionary/zeichen)?
Ein Zeichen kann alles Mögliche anzeigen. Ein Omen deutet speziell auf die Zukunft.