Was bedeutet Unheil? Das drohende Unglück
Unheil ist großes Unglück oder Verderben, das oft drohend bevorsteht. Das Wort ist gehoben und hat einen schicksalhaften, düsteren Klang.
Das Unheil ist mehr als ein gewöhnliches Unglück: Es klingt nach Schicksal und dunklen Wolken. Unheil kündigt sich an, bevor es kommt – zumindest in Märchen und Romanen. Im Alltag sagt man es seltener, in der Literatur umso öfter.
- Schweres Unglück, Verderben. *Der Krieg brachte großes Unheil über das Land.*
- Schaden, den jemand anrichtet. *Der Sturm hat viel Unheil angerichtet.*
- Drohende Gefahr. *Sie ahnte Unheil, als das Telefon nachts klingelte.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | das Unheil | neutral |
| Genitiv | des Unheils | Endung -s |
| Plural | – | nur Singular |
| Adjektiv | unheilvoll, unheimlich (verwandt) | düster, bedrohlich |
| Komposita | Unheilsbote, Unheilsprophet | gehoben |
Beispiele
- Der Hund hat in der Küche Unheil angerichtet.Scherzhaft für einen kleineren Schaden.
- Ein unheilvolles Schweigen lag über dem Raum.Literarisch: bedrohlich wirkend.
- Wer ständig Unheil prophezeit, wird irgendwann nicht mehr ernst genommen.Unheilsprophet = Schwarzseher.
Heil und Unheil
*Unheil* ist das Gegenteil von *Heil*, althochdeutsch *heil*, „ganz, gesund, unversehrt“. Dazu gehören *heilen* und *heilig*. Unheil ist also wörtlich alles, was das Ganze zerbricht. Das Adjektiv *unheimlich* ist dagegen anders gebildet: Es kommt von *heim* und bedeutet ursprünglich „nicht vertraut, nicht zu Hause“. In alten Erzählungen gilt der Rabe als Unheilsbote; ähnliche Vorzeichen nennt man Omen. Ein Fluch soll ebenfalls Unheil bringen.
Was ist der Unterschied zwischen Unheil und Unglück?
Unglück ist neutral und alltäglich, Unheil gehoben, schwerer und oft schicksalhaft drohend.
Hat unheimlich etwas mit Unheil zu tun?
Nein, unheimlich kommt von heim, Unheil von heil.