Rain: der Grasstreifen zwischen zwei Feldern

Ein Rain ist ein schmaler, unbebauter Grasstreifen am Rand oder zwischen Äckern, der als Grenze dient. In Süddeutschland und der Schweiz heißt so auch ein Abhang.

Wer übers Land wandert, läuft oft an einem Rain entlang: einem schmalen Streifen aus Gras und Wildblumen zwischen zwei Äckern. Früher markierte er die Grenze zwischen den Grundstücken verschiedener Bauern. Ein Rain ist ein Stück ungepflügtes Land, das niemandem Ertrag bringt – und gerade deshalb Insekten und Vögeln Lebensraum bietet. Das Wort ist alt, ländlich und heute eher literarisch.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Rainmaskulin
Genitivdes Rain(e)sbeide korrekt
Pluraldie Raine–
KompositaFeldrain, Wegrain, Ackerrain–
Stilebeneländlich, gehobenim Alltag eher „Feldrand“

Beispiele

Falscher Freund: Rain ist kein Regen

Englischsprachige lesen *rain* sofort als „Regen“. Mit dem deutschen Rain hat das nichts zu tun: Der deutsche Regen entspricht dem englischen *rain*, beide gehen auf dasselbe germanische Wort zurück. Der Rain dagegen kommt von althochdeutsch *rein* „Grenze, Ackerrand“ und ist verwandt mit altnordisch *rein* „Landstreifen“. Gleiche Schreibung, ganz andere Bedeutung – ein Lehrbuchfall für einen falschen Freund.

Wie spricht man Rain aus?

Wie „rein“: [ʁaɪ̯n]. Darum werden Rain und das Adjektiv „rein“ leicht verwechselt.

Warum sind Feldraine heute wichtig?

Sie verbinden Lebensräume in der Agrarlandschaft. Viele Gemeinden legen sie neu an, damit Bienen, Rebhühner und Feldhasen Nahrung und Deckung finden. Ein Rain ist damit ein kleines Stück Natur im Acker.

Quellen

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