Kritik – Tadel, Beurteilung oder Rezension?
Kritik ist die prüfende Beurteilung von etwas, oft mit Hinweis auf Fehler und Schwächen. Das Wort bezeichnet auch eine schriftliche Besprechung, etwa eines Films oder Buchs.
Das Wort Kritik hat im Alltag oft einen negativen Klang: Wer kritisiert wird, hat etwas falsch gemacht. Ursprünglich meint es aber schlicht prüfendes Urteilen. Gute Kritik zeigt nicht nur, was schlecht ist, sondern auch, wie es besser ginge. Deshalb spricht man von konstruktiver Kritik.
- Beanstandung, Tadel. *Die Kritik an der Regierung wächst.*
- Prüfende, sachliche Beurteilung. *Sie unterzog die Studie einer gründlichen Kritik.*
- Besprechung eines Werks, Rezension. *Die Kritik in der Zeitung war begeistert.*
- Gesamtheit der Kritiker. *Der Film fiel bei der Kritik durch.*
Formen und Wortfamilie
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Kritik | feminin |
| Plural | die Kritiken | vor allem im Sinn von Rezensionen |
| Verb | kritisieren | kritisierte, kritisiert |
| Person | der Kritiker, die Kritikerin | |
| Adjektiv | kritisch | auch: bedenklich, gefährlich |
Kritik im Satz
- Er übt scharfe Kritik an den Plänen.Feste Verbindung: Kritik üben an + Dativ.
- Das Stück bekam hervorragende Kritiken.Plural im Sinn von Rezensionen.
- Sie ist offen für Kritik.Positiv: bereit, Rückmeldung anzunehmen.
Herkunft
*Kritik* kam im 17. und 18. Jahrhundert über das Französische *critique* ins Deutsche. Dahinter steht das griechische *kritikḗ (téchnē)*, die „Kunst der Beurteilung“, zum Verb *krínein* „scheiden, unterscheiden, entscheiden“. Aus derselben Wurzel stammt *Krise*, ursprünglich der entscheidende Wendepunkt. Berühmt wurde das Wort durch Immanuel Kant, dessen Hauptwerk *Kritik der reinen Vernunft* (1781) heißt – gemeint ist dort keine Schelte, sondern eine Prüfung der Grenzen des Erkennens. Kritik setzt also ein eigenes Urteil voraus.
Was ist konstruktive Kritik?
Kritik, die Schwächen benennt und zugleich Wege zur Verbesserung aufzeigt. Sie ist sachlich und nicht verletzend gemeint – anders als ein bloßer Vorwurf.
Heißt es „Kritik an“ oder „Kritik über“?
Richtig ist „Kritik an etwas“ (mit Dativ): Kritik an der Entscheidung.