Reifen: Gummi am Rad und Frucht, die reif wird
Der Reifen ist der Gummimantel eines Rades oder ein runder Ring; das Verb reifen bedeutet, allmählich reif zu werden – bei Obst, Käse, Wein oder Menschen.
Hinter Reifen stecken zwei Wörter: das Nomen *der Reifen* und das Verb *reifen*. Das eine rollt auf der Straße, das andere braucht Zeit. Ein Reifen dreht sich schnell, eine Frucht reift langsam – und beide schreibt man gleich. Das Verb gehört zum Adjektiv reif.
- Gummimantel eines Rades. *Im Herbst kommen die Winterreifen aufs Auto.*
- Ring oder Band aus Metall oder Holz. *Die Kinder spielten mit einem bunten Reifen.*
- Reif werden (Verb). *Die Tomaten reifen in der Sonne.*
- Sich innerlich entwickeln (übertragen). *Der Plan reifte über Monate.*
Formen von Nomen und Verb
| Form | Nomen | Verb |
|---|---|---|
| Grundform | der Reifen | reifen |
| Genitiv / Präsens (er) | des Reifens | reift |
| Plural / Präteritum | die Reifen | reifte |
| Partizip II | – | gereift |
| Perfekt | – | ist gereift |
Beispielsätze
- Mir ist auf der Autobahn ein Reifen geplatzt.Alltagssprache; Kompositum: Reifenpanne.
- Der Käse reift drei Monate im Keller.Fachsprache der Lebensmittelherstellung.
- In ihr reifte der Entschluss, ins Ausland zu gehen.Gehoben; Perfekt mit „sein“: ist gereift.
Regionales und Herkunft
- Schweiz: Für den Autoreifen sagt man dort häufig *Pneu* (aus dem Französischen).
- Herkunft des Nomens: althochdeutsch *reif* „Seil, Band, Ring“ – ursprünglich also ein Band, das etwas umschließt.
- Herkunft des Verbs: abgeleitet vom Adjektiv *reif* (althochdeutsch *rīfi*).
Heißt es „ist gereift“ oder „hat gereift“?
Im Sinn von „reif werden“ steht das Perfekt mit sein: *Das Obst ist gereift.*
Was ist ein Winterreifen?
Ein Reifen mit weicherer Gummimischung und tieferem Profil für Kälte, Schnee und Eis.
Wann wechselt man die Reifen?
Eine bekannte Faustregel lautet „von O bis O“: Winterreifen von Oktober bis Ostern. Gesetzlich gilt in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht bei Glätte, Schnee und Eis.