Kochen: Speisen zubereiten, Wasser erhitzen, vor Wut sieden
Kochen bedeutet, Speisen durch Hitze zuzubereiten, eine Flüssigkeit bis zum Sieden zu erhitzen oder übertragen: vor Wut innerlich toben.
Das Verb kochen beschreibt eine der ältesten Kulturtechniken. Man kocht Nudeln, Suppe oder Kaffee – und manchmal kocht man selbst vor Ärger. „Hier wird auch nur mit Wasser gekocht“ heißt: Auch die anderen sind nicht besser als wir.
- Speisen zubereiten. *Heute koche ich für alle.*
- Bis zum Sieden erhitzen. *Das Wasser kocht bei 100 Grad.*
- Gar werden lassen. *Die Eier müssen sieben Minuten kochen.*
- Vor Wut toben (übertragen). *Er kochte innerlich, als er die Rechnung sah.*
Konjugation
| Form | kochen | Beispiel |
|---|---|---|
| Infinitiv | kochen | gern kochen |
| Präsens (er) | kocht | er kocht Reis |
| Präteritum | kochte | sie kochte Tee |
| Partizip II | gekocht | gekochte Eier |
| Perfekt-Hilfsverb | haben | wir haben gekocht |
Beispiele
- Die Stimmung im Stadion kochte.Übertragen: sehr erhitzt, aufgeregt.
- Kannst du mir einen Kaffee kochen?Kaffee und Tee „kocht“ man, auch wenn man sie nur aufbrüht.
- Viele Köche verderben den Brei.Sprichwort: Zu viele Beteiligte schaden einer Sache.
Ein frühes Lehnwort aus dem Latein
Kochen gehört zu den ältesten lateinischen Wörtern im Deutschen. Die Germanen übernahmen das lateinische *coquere* (Volkslatein *cocere*) zusammen mit römischen Küchentechniken, lange vor dem Mittelalter; daraus wurde althochdeutsch *kochōn*. Auch *Koch* (lateinisch *cocus*) und Küche (lateinisch *coquina*) stammen daher. Das englische *cook* und das deutsche *kochen* sind also Geschwister mit römischer Mutter. Zum Kochen braucht man fast immer Wasser oder Fett.
Ist kochen dasselbe wie sieden?
Fast. „Sieden“ ist gehobener und technischer und meint das Aufwallen der Flüssigkeit.
Heißt es „ich koche“ oder „ich kocht“?
Richtig ist „ich koche“, „du kochst“, „er kocht“.