Inder oder Indianer? Ein wichtiger Unterschied
Ein Inder ist ein Mensch, der aus Indien stammt oder die indische Staatsangehörigkeit besitzt. Die weibliche Form lautet Inderin.
Ein Inder kommt aus Indien, dem bevölkerungsreichsten Land der Erde. Mit „Indianer“ hat das Wort nur den Irrtum von Kolumbus gemein, der Amerika für Indien hielt. Im Deutschen werden beide Bezeichnungen streng getrennt. Die indische Gemeinschaft in Deutschland wächst seit Jahren, vor allem durch Studierende und Fachkräfte aus der IT-Branche.
- Mensch aus Indien. *Sein Kollege ist Inder und lebt seit zehn Jahren in München.*
- Umgangssprachlich: indisches Restaurant. *Wollen wir heute zum Inder gehen?*
Deklination
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Inder | die Inder |
| Genitiv | des Inders | der Inder |
| Dativ | dem Inder | den Indern |
| Feminin | die Inderin | die Inderinnen |
| Adjektiv | indisch | indische Küche |
Beispielsätze
- In Deutschland leben über 200.000 Inder.Zahlen schwanken je nach Zählweise; neutrale Sachsprache.
- Wir bestellen beim Inder um die Ecke.Umgangssprachlich, wie „zum Italiener“ oder „zum Chinesen“.
- Die Inderin arbeitet als Ingenieurin.Movierte Form mit -in.
Inder, Indianer, Indigene
*Inder* ist von *Indien* abgeleitet, und der Name des Landes geht auf den Fluss Indus zurück, altindisch *Sindhu*. Als Kolumbus 1492 in der Karibik landete, glaubte er, Indien erreicht zu haben, und nannte die Bewohner *Indios*. Daraus entstand das deutsche *Indianer*. Weil der Begriff auf einem Irrtum beruht und mit Klischees verbunden ist, sprechen viele heute lieber von *indigenen Völkern Amerikas* oder nennen die einzelnen Nationen. Ähnlich wie der Japaner oder der Spanier gehört *Inder* zu den Einwohnerbezeichnungen auf *-er*.
Ist „Inder“ ein neutrales Wort?
Ja, *Inder* und *Inderin* sind die üblichen, neutralen Bezeichnungen.
Wie heißt der Plural im Dativ?
den Indern, mit -n.