Herrin: die Frau, die bestimmt – im Haus, über Land und Lage

Eine Herrin ist eine Frau, die über Menschen, Tiere oder Besitz Macht ausübt oder ein Haus führt. Heute wirkt das Wort meist gehoben, historisch oder bildhaft.

Die Herrin ist die weibliche Form von Herr – aber nicht in jeder Bedeutung. Als Anrede „Herr“ entspricht ihr heute *Frau*, nicht *Herrin*. Herrin ist man nicht durch Höflichkeit, sondern durch Macht. Darum begegnet das Wort vor allem in Geschichte, Literatur und festen Wendungen.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdie Herrinfeminin
Genitivder Herrinunverändert
Pluraldie HerrinnenDoppel-n
Männlichder Herr, des Herrnunregelmäßig
KompositaHausherrin, Burgherrin, Gutsherrinhäufig

Beispiele

Herrin, Dame oder Frau?

Zu *Herr* gibt es im Deutschen drei weibliche Gegenstücke. Als Anrede dient *Frau*: *Herr Müller* – *Frau Müller*. Als höfliche Bezeichnung steht *Dame*: *meine Damen und Herren*. Herrin bleibt für Macht und Besitz: Herrin des Hauses, Herrin über Land und Leute. In historischen Texten heißt die Ehefrau eines Burgherrn oft *Burgfrau* oder *Herrin*. In der Sexualsprache wird *Herrin* auch für eine dominante Partnerin gebraucht; dieser Gebrauch ist umgangssprachlich und gehört nicht in neutrale Texte.

Ist Herrin die weibliche Form von Herr?

Ja, aber nur im Sinn von Gebieterin oder Besitzerin. Die Anrede lautet Frau.

Was bedeutet „Herrin der Lage“?

Eine schwierige Situation im Griff haben.

Quellen

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