Das Hemd – ein altes Kleidungsstück mit vielen Redensarten
Ein Hemd ist ein Kleidungsstück für den Oberkörper, meist mit Kragen, Ärmeln und Knopfleiste. Früher bezeichnete das Wort auch das Unterhemd oder Nachthemd.
Das Hemd gehört zu den ältesten Kleidungsstücken überhaupt – lange trug man es direkt auf der Haut. „Das letzte Hemd hat keine Taschen“: Ins Grab nimmt man nichts mit. Heute denkt man meist an das Oberhemd mit Kragen und Manschetten, das man zur Anzughose oder Jacke trägt.
- Oberhemd mit Kragen. *Er bügelt sein weißes Hemd.*
- Unterhemd. *Im Winter trägt sie ein warmes Hemd darunter.*
- Nachthemd. *Das Kind lief im Hemd durch den Flur.*
- Freizeithemd. *ein kariertes Hemd mit kurzen Ärmeln*
Formen und Komposita
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | das Hemd (neutral) | ein frisches Hemd |
| Genitiv | des Hemdes / Hemds | der Kragen des Hemdes |
| Plural | die Hemden | fünf Hemden |
| Diminutiv | das Hemdchen | ein dünnes Hemdchen |
| Komposita | Oberhemd, Unterhemd, Nachthemd, Hemdsärmel | in Hemdsärmeln |
Beispielsätze
- Er wechselt seine Meinung wie das Hemd.Abwertend: Jemand ist wankelmütig.
- Sie krempelte die Hemdsärmel hoch.Auch übertragen: tatkräftig an die Arbeit gehen.
- Der Politiker gibt sich hemdsärmelig.Adjektiv: locker, unkompliziert, manchmal etwas grob.
Redewendungen
- Das letzte Hemd hat keine Taschen – Reichtum kann man nicht mitnehmen.
- Jemanden bis aufs Hemd ausziehen – jemandem alles Geld abnehmen.
- Das Hemd ist mir näher als der Rock – das Eigene geht vor; alte Redensart über Eigennutz.
- Mach dir nicht ins Hemd! – umgangssprachlich: Stell dich nicht so an.
- In Österreich sagt man für das T-Shirt oft Leiberl, für das Unterhemd Leibchen.
Heißt es „die Hemde“ oder „die Hemden“?
Standardsprachlich nur „die Hemden“. „Hemde“ hört man regional, gilt aber als nicht korrekt.
Woher kommt das Wort?
Von althochdeutsch *hemidi*. Es gehört zu einer germanischen Wurzel mit der Bedeutung „bedecken, verhüllen“.