Was bedeutet Fund? Vom verlorenen Schlüssel bis zum Schatz
Ein Fund ist etwas, das man gefunden hat, oder das Finden selbst. Das Wort reicht vom verlorenen Portemonnaie bis zur archäologischen Entdeckung.
Der Fund gehört zur Wortfamilie von *finden* und bezeichnet sowohl den Vorgang als auch das Ergebnis. Ein Fund kann ein verlorener Schlüssel sein oder ein Schatz, der die Geschichte umschreibt. Wer etwas findet, hat außerdem Pflichten – und manchmal einen Anspruch.
- Etwas Gefundenes. *Den Fund brachte sie sofort zum Fundbüro.*
- Das Finden, die Entdeckung. *Der Fund der Leiche schockierte das Dorf.*
- Archäologisches oder wissenschaftliches Objekt. *Die Funde stammen aus der Bronzezeit.*
- Übertragen: Glücksgriff. *Der neue Torwart ist ein echter Fund.*
Formen und Wortfamilie
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Fund | maskulin |
| Genitiv | des Fundes | auch des Funds |
| Plural | die Funde | Endung -e |
| Verb | finden | fand, hat gefunden |
| Komposita | Fundbüro, Fundsache, Fundort, Zufallsfund | Behördensprache und Alltag |
Beispiele
- Der Fund wurde dem Landesamt für Denkmalpflege gemeldet.Bodenfunde müssen in Deutschland gemeldet werden.
- Die Polizei sicherte die Spuren am Fundort.Fundort ist ein wichtiges Wort der Kriminalistik.
- Dieses Antiquariat war ein toller Fund.Umgangssprachlich: etwas Erfreuliches entdeckt.
Finderlohn: was das Gesetz sagt
In Deutschland regelt das Bürgerliche Gesetzbuch den Finderlohn. Wer eine Fundsache abgibt, kann vom Eigentümer fünf Prozent des Wertes bis 500 Euro verlangen, vom Mehrwert darüber drei Prozent; bei Tieren sind es drei Prozent. Wer einen Fund dagegen behält, begeht unter Umständen Fundunterschlagung. In Österreich heißt die zuständige Stelle meist *Fundamt*, in Deutschland *Fundbüro*. Ein Fund ist also nie ganz frei von Pflicht.
Was ist der Unterschied zwischen Fund und [Beute](/dictionary/beute)?
Ein Fund wird zufällig oder durch Suche entdeckt. Beute wird erjagt oder geraubt.
Heißt es des Fundes oder des Funds?
Beides ist korrekt; des Fundes ist etwas häufiger.