Was ist eine Gruft? Grabgewölbe, Krypta und Grufties
Eine Gruft ist ein gemauerter, meist unterirdischer Raum zur Bestattung von Toten, oft unter einer Kirche oder als Familiengrab auf einem Friedhof.
Unter manchen alten Kirchen liegt ein Raum, den nur wenige je betreten: die Gruft. Dort ruhen Bischöfe, Adlige oder ganze Familien in Särgen. Eine Gruft ist ein Haus für die Toten – mit Mauern, Gewölbe und manchmal sogar einer Tür.
- Gemauerte Grabkammer, Grabgewölbe. *Die Grafen wurden in der Gruft unter der Kapelle beigesetzt.*
- Familiengrab mit Gewölbe auf dem Friedhof. *Die Familie besitzt eine Gruft auf dem Zentralfriedhof.*
- Übertragen: kalter, dunkler Raum (ugs.). *Dieser Keller ist die reinste Gruft.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Gruft | feminin |
| Genitiv | der Gruft | unverändert |
| Plural | die Grüfte | mit Umlaut |
| Ableitung | der Gruftie | Szenewort |
| Komposita | Familiengruft, Fürstengruft, Gruftkapelle | häufig |
Beispiele
- In der Wiener Kapuzinergruft ruhen zahlreiche Habsburger.Bekannteste Gruft Österreichs, Kaisergruft genannt.
- Der Friedhof ist für seine prächtigen Grüfte bekannt.Plural mit Umlaut.
- In den Achtzigern lief er als Gruftie herum, ganz in Schwarz.Ugs. für Anhänger der Gothic-Szene.
Herkunft und Abgrenzung
Gruft stammt aus dem Lateinischen: *crypta*, das seinerseits auf griechisch *kryptē* „verborgener Raum“ zurückgeht. Im Althochdeutschen wurde daraus *gruft*, wohl beeinflusst von *graben*. Dasselbe Wort kam später ein zweites Mal ins Deutsche – als Fachwort Krypta für den Raum unter dem Chor einer Kirche, oft mit Reliquien. Eine Krypta ist also ein Kirchenraum, eine Gruft vor allem eine Grabstätte; manche Krypten dienen aber auch als Gruft. Das Szenewort *Gruftie* entstand in den 1980er-Jahren für die dunkel gekleidete Gothic-Szene.
Was ist der Unterschied zwischen Gruft und Grab?
Ein Grab ist meist eine Grube in der Erde; eine Gruft ist ein gemauerter Raum, in dem Särge stehen oder liegen.
Ist „Gruftie“ abwertend?
Es war ursprünglich spöttisch gemeint, wird heute aber auch von Szenemitgliedern selbst benutzt.