Von der Stirn zur Wetterfront: das Wort Front
Die Front ist die Vorderseite eines Gebäudes oder einer Gruppe, im Krieg die Kampflinie und in der Meteorologie die Grenze zwischen warmer und kalter Luft.
Das Wort Front hat eine erstaunliche Karriere hinter sich. Es beginnt bei der Stirn eines Menschen und endet in Wetterkarten und Parteistreits. Wer Front macht, stellt sich jemandem frontal entgegen.
- Vorderseite. *Die Front des Hauses ist frisch gestrichen.*
- Kampflinie im Krieg. *Viele Soldaten kehrten nie von der Front zurück.*
- Wetterfront. *Eine Kaltfront bringt Gewitter.*
- Lager, Gegenseite. *Die Fronten zwischen den Parteien haben sich verhärtet.*
Formen und Komposita
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | die Front (feminin) | an der Front |
| Genitiv | der Front | die Breite der Front |
| Plural | die Fronten | klare Fronten |
| Adjektiv | frontal | ein Frontalzusammenstoß |
| Kompositum | Kaltfront, Warmfront | eine Warmfront zieht auf |
Beispielsätze
- Wir müssen endlich klare Fronten schaffen.Wendung: offenlegen, wer auf welcher Seite steht.
- Die Mannschaft ging in Front.Sportsprache: in Führung gehen.
- Gegen den Plan machte die ganze Belegschaft Front.*Front machen gegen* = sich widersetzen.
Herkunft: von der Stirn
*Front* kam im 17. Jahrhundert aus dem Französischen (*front*, „Stirn, Vorderseite“) ins Deutsche. Dahinter steht lateinisch *frons*, Genitiv *frontis*, „Stirn“. Das Bild ist einfach: Die Stirn ist die Seite, die man dem Gegenüber zuwendet. Zunächst war es ein Begriff der Militärsprache für die vordere Linie einer Truppe. Die Meteorologie übernahm ihn erst um 1919: Norwegische Forscher verglichen die aufeinandertreffenden Luftmassen mit Armeen an einer Frontlinie.
Was ist eine Kaltfront?
Die Grenzzone, an der kalte Luft warme Luft verdrängt; oft mit Schauern und Wind.
Ist „Front“ immer militärisch?
Nein. Im Alltag meint es oft einfach die Vorderseite, etwa von Häusern oder Geräten.