Kapelle: kleines Gotteshaus oder Musikgruppe?

Eine Kapelle ist ein kleiner Raum oder Bau für Gebet und Gottesdienst. Daneben bezeichnet das Wort eine Gruppe von Musikern, besonders eine Blas- oder Tanzkapelle.

Das Wort Kapelle hat zwei Gesichter. Auf dem Land steht am Wegrand eine kleine Kapelle mit einem schlichten Altar, und beim Dorffest spielt die Kapelle Marschmusik. Dass ein Gebäude und eine Band denselben Namen tragen, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langen Geschichte. Beide Bedeutungen sind im Deutschen lebendig.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdie Kapellefeminin
Pluraldie Kapellenschwache Endung
Personder KapellmeisterLeiter eines Orchesters
KompositaBlaskapelle, Musikkapelle, TanzkapelleMusik
KompositaHauskapelle, Friedhofskapelle, GrabkapelleReligion

Beispielsätze

Vom Mantel zum Orchester

Die Geschichte beginnt mit dem heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Der fränkische Königshof verwahrte das Mantelstück (lateinisch *cappa*, Verkleinerung *cappella*) als Reliquie, und der Raum, in dem es lag, hieß bald selbst *cappella*. Später nannte man jeden kleinen Andachtsraum so. Die Sänger und Musiker, die in einer Hofkapelle den Gottesdienst gestalteten, wurden ebenfalls „Kapelle“ genannt – daraus entstand die Bedeutung Musikgruppe. Auch *a cappella*, „wie in der Kapelle“, also ohne Instrumente gesungen, stammt daher, wie es ein Chor oft tut.

Was ist der Unterschied zwischen Kirche und Kapelle?

Eine Kapelle ist kleiner und hat meist keine eigene Pfarrgemeinde; sie dient Andacht, Taufe oder Trauerfeiern.

Was bedeutet „a cappella“?

Gesang ohne Begleitung durch Instrumente.

Quellen

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