Gattin oder Ehefrau? Ein gehobenes Wort mit Stilregeln
Gattin ist ein gehobenes Wort für Ehefrau. Es wird heute vor allem höflich über die Frau eines anderen verwendet, etwa in „Ihre Frau Gattin“.
Die Gattin ist die Ehefrau, aber in gehobener, etwas feierlicher Sprache. In Einladungen, Reden und Höflichkeitsformeln hat das Wort seinen Platz: „Herr Direktor mit Gattin“. Die eigene Frau nennt man nicht Gattin – das wirkt steif oder unfreiwillig komisch. Über die Frau eines Gesprächspartners kann man dagegen respektvoll „Ihre Gattin“ sagen.
- Ehefrau (gehoben). *Der Botschafter erschien mit seiner Gattin.*
- Höfliche Anrede über Dritte. *Grüßen Sie bitte Ihre Frau Gattin!*
- Zoologie, selten: Weibchen eines Paares. *Der Storch kehrte zu seiner Gattin zurück.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Gattin | feminin |
| Genitiv | der Gattin | |
| Plural | die Gattinnen | mit -nn- |
| Maskulinum | der Gatte | gehoben für Ehemann |
| Verwandt | Gattung, gatten (veraltet: verbinden) |
Beispiele
- Wir begrüßen den Bürgermeister und seine Gattin.Förmliche Rede oder Pressetext.
- Wie geht es Ihrer werten Gattin?Sehr förmlich, fast altmodisch; in Österreich häufiger zu hören.
- Meine Gattin und ich danken für die Einladung.Scherzhaft-förmlich oder steif.
Herkunft und Verwandte
Gattin ist die weibliche Form zu Gatte. Beide gehen auf ein altes Verb „gatten“ zurück, das „zusammenfügen, vereinigen“ bedeutete. Verwandt sind „begatten“ und die Gattung, also die Gruppe des Zusammengehörigen. Englisch *together* und *gather* gehen wohl auf dieselbe germanische Wurzel zurück. Im Alltag sagt man heute meist „meine Frau“ und „mein Mann“; neutral und amtlich ist „Ehefrau“ oder „Ehepartnerin“.
Darf ich von meiner eigenen Frau als Gattin sprechen?
Grammatisch ja, stilistisch wirkt es überheblich oder ironisch. „Meine Frau“ ist natürlicher.
Ist „Frau Gattin“ doppelt gemoppelt?
Ja, aber als Höflichkeitsformel ist es fest etabliert, vor allem in Österreich.