Gattin oder Ehefrau? Ein gehobenes Wort mit Stilregeln

Gattin ist ein gehobenes Wort für Ehefrau. Es wird heute vor allem höflich über die Frau eines anderen verwendet, etwa in „Ihre Frau Gattin“.

Die Gattin ist die Ehefrau, aber in gehobener, etwas feierlicher Sprache. In Einladungen, Reden und Höflichkeitsformeln hat das Wort seinen Platz: „Herr Direktor mit Gattin“. Die eigene Frau nennt man nicht Gattin – das wirkt steif oder unfreiwillig komisch. Über die Frau eines Gesprächspartners kann man dagegen respektvoll „Ihre Gattin“ sagen.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdie Gattinfeminin
Genitivder Gattin
Pluraldie Gattinnenmit -nn-
Maskulinumder Gattegehoben für Ehemann
VerwandtGattung, gatten (veraltet: verbinden)

Beispiele

Herkunft und Verwandte

Gattin ist die weibliche Form zu Gatte. Beide gehen auf ein altes Verb „gatten“ zurück, das „zusammenfügen, vereinigen“ bedeutete. Verwandt sind „begatten“ und die Gattung, also die Gruppe des Zusammengehörigen. Englisch *together* und *gather* gehen wohl auf dieselbe germanische Wurzel zurück. Im Alltag sagt man heute meist „meine Frau“ und „mein Mann“; neutral und amtlich ist „Ehefrau“ oder „Ehepartnerin“.

Darf ich von meiner eigenen Frau als Gattin sprechen?

Grammatisch ja, stilistisch wirkt es überheblich oder ironisch. „Meine Frau“ ist natürlicher.

Ist „Frau Gattin“ doppelt gemoppelt?

Ja, aber als Höflichkeitsformel ist es fest etabliert, vor allem in Österreich.

Quellen

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