Esel: Lasttier, Schimpfwort und Eselsbrücke
Der Esel ist ein grauer Unpaarhufer mit langen Ohren, verwandt mit dem Pferd und seit Jahrtausenden Last- und Reittier. Übertragen ist das Wort ein mildes Schimpfwort für einen dummen Menschen.
Der Esel gilt als störrisch, ist aber vor allem vorsichtig: Er geht nicht weiter, wenn er Gefahr wittert. Sein schlechter Ruf als dumm ist ungerecht – Esel sind lernfähig und haben ein gutes Gedächtnis. Als Lasttier war er in Gebirgen oft nützlicher als das Pferd.
- Lasttier mit langen Ohren. *Der Esel trug die Säcke ins Dorf.*
- Dummer Mensch (Schimpfwort, eher mild). *Du alter Esel!*
- Sturer Mensch. *Stur wie ein Esel.*
Formen
| Form | Wort | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Esel | ein grauer Esel |
| Genitiv | des Esels | die Ohren des Esels |
| Plural | die Esel | zwei Esel |
| Feminin | die Eselin | die Eselin mit Fohlen |
| Komposita | Eselsbrücke, Eselsohr | eine Eselsbrücke bauen |
Beispielsätze
- Ich Esel habe den Schlüssel vergessen!Selbstironisch, nicht beleidigend.
- Das Buch hat lauter Eselsohren.Eselsohr: umgeknickte Seitenecke.
- Der Esel nennt sich immer zuerst.Sprichwort: Kritik an jemandem, der „ich und du“ statt „du und ich“ sagt.
Eselsbrücke, Eselsohr und Herkunft
- Eselsbrücke – Merkhilfe. Esel scheuen das Wasser; man baute ihnen kleine Brücken über Bäche. So hilft die Eselsbrücke dem Gedächtnis über eine schwierige Stelle.
- Eselsohr – eine umgeknickte Ecke, die an ein hängendes Eselsohr erinnert.
- Herkunft: Das Wort kam früh aus lateinisch *asinus* ins Germanische (gotisch *asilus*, althochdeutsch *esil*).
- Als Schimpfwort ist *Esel* vergleichsweise harmlos und wird oft gutmütig oder selbstironisch gebraucht – ähnlich wie Narr.
Wie heißt der weibliche Esel?
„die Eselin“; das Junge nennt man Eselfohlen.
Ist „Esel“ eine Beleidigung?
Ja, aber eine milde. Gegenüber Fremden kann es trotzdem kränken; unter Freunden ist es meist scherzhaft.