Drang: Ein starkes inneres Bedürfnis – bis zum Sturm und Drang
Drang ist ein starkes, oft kaum zu beherrschendes inneres Bedürfnis, etwas zu tun. Das Wort bezeichnet auch körperliche Bedürfnisse wie den Harndrang.
Der Drang ist stärker als ein bloßer Wunsch: Er drängt von innen, will sofort befriedigt werden und lässt sich nur schwer zügeln. Ein Drang fragt nicht, ob es gerade passt – er meldet sich einfach. Darum steht das Wort oft für Bewegungslust, Neugier oder körperliche Bedürfnisse.
- Starkes inneres Bedürfnis. *Sie verspürte den Drang, einfach wegzulaufen.*
- Körperliches Bedürfnis. *Nach dem Kaffee hatte er starken Harndrang.*
- Veraltet: Bedrängnis, Druck. *Im Drang der Geschäfte vergaß er den Termin.*
Formen und Zusammensetzungen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Drang | maskulin |
| Genitiv | des Drang(e)s | |
| Plural | die Dränge | selten |
| Verwandt | drängen, dringen, dringend | |
| Komposita | Tatendrang, Wissensdrang, Freiheitsdrang, Bewegungsdrang |
Beispiele
- Kinder haben einen großen Bewegungsdrang.Pädagogik und Alltag.
- Voller Tatendrang machte sie sich an die Arbeit.Positiv: Energie und Lust zu handeln.
- Ich hatte den Drang, ihm die Wahrheit zu sagen.Mit „zu“ + Infinitiv.
Sturm und Drang
Berühmt ist das Wort durch eine Epoche der deutschen Literatur: den Sturm und Drang (etwa 1765 bis 1785). Ihren Namen erhielt sie von einem Theaterstück Friedrich Maximilian Klingers aus dem Jahr 1776. Junge Autoren wie der frühe Goethe und Schiller setzten Gefühl, Freiheit und Genie gegen die Regeln der Aufklärung; Schillers *Die Räuber* und Goethes *Die Leiden des jungen Werthers* gehören dazu. Der Sturm steht hier für Leidenschaft, der Drang für den unbändigen Willen zur Selbstverwirklichung.
Was ist der Unterschied zwischen Drang und Wunsch?
Ein Wunsch kann ruhig und überlegt sein. Ein Drang ist heftiger und spontaner, er lässt sich kaum aufschieben.
Woher hat der Sturm und Drang seinen Namen?
Von Friedrich Maximilian Klingers Schauspiel „Sturm und Drang“ aus dem Jahr 1776.