Drang: Ein starkes inneres Bedürfnis – bis zum Sturm und Drang

Drang ist ein starkes, oft kaum zu beherrschendes inneres Bedürfnis, etwas zu tun. Das Wort bezeichnet auch körperliche Bedürfnisse wie den Harndrang.

Der Drang ist stärker als ein bloßer Wunsch: Er drängt von innen, will sofort befriedigt werden und lässt sich nur schwer zügeln. Ein Drang fragt nicht, ob es gerade passt – er meldet sich einfach. Darum steht das Wort oft für Bewegungslust, Neugier oder körperliche Bedürfnisse.

Formen und Zusammensetzungen

MerkmalFormHinweis
Genusder Drangmaskulin
Genitivdes Drang(e)s
Pluraldie Drängeselten
Verwandtdrängen, dringen, dringend
KompositaTatendrang, Wissensdrang, Freiheitsdrang, Bewegungsdrang

Beispiele

Sturm und Drang

Berühmt ist das Wort durch eine Epoche der deutschen Literatur: den Sturm und Drang (etwa 1765 bis 1785). Ihren Namen erhielt sie von einem Theaterstück Friedrich Maximilian Klingers aus dem Jahr 1776. Junge Autoren wie der frühe Goethe und Schiller setzten Gefühl, Freiheit und Genie gegen die Regeln der Aufklärung; Schillers *Die Räuber* und Goethes *Die Leiden des jungen Werthers* gehören dazu. Der Sturm steht hier für Leidenschaft, der Drang für den unbändigen Willen zur Selbstverwirklichung.

Was ist der Unterschied zwischen Drang und Wunsch?

Ein Wunsch kann ruhig und überlegt sein. Ein Drang ist heftiger und spontaner, er lässt sich kaum aufschieben.

Woher hat der Sturm und Drang seinen Namen?

Von Friedrich Maximilian Klingers Schauspiel „Sturm und Drang“ aus dem Jahr 1776.

Quellen

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